Burger King

Insolvenz von Partnern: Ausweg aus dem Strudel

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Das Image der Fast-Food-Kette Burger King wurde in letzter Zeit öfters "zerknittert" - größere Schäden wurden jedoch rechtzeitig abgewendet.

Probleme eines Franchisenehmers bis hin zur Insolvenz hätten im vergangenen Jahr fast die Marke Burger King beschädigt. Doch dem Burger-Unternehmen ist es gelungen, das Ruder herumzureißen.

Das Thema Insolvenz kann auch Unternehmen belasten, die eigentlich gar nicht davon betroffen sind. Diese Erfahrung musste die Fastfood-Kette Burger King im vergangenen Jahr machen. Ein Fernsehbericht des Enthüllungsjournalisten Günter Wallraff Ende April über Arbeitsbedingungen bei dem Unternehmen Yi-Ko, das als Franchisenehmer 89 Burger King-Filialen betreibt, löste eine Welle aus, die die gesamte Marke zu beschädigen drohte. „Die Marke ist – zusammen mit unseren Gästen – unser kostbarstes Gut“, erklärt Andreas Bork, General Manager für Zentraleuropa der Burger King Beteiligungs GmbH, beim Wirtschaftsforum „Insolvenz und Sanierung“.

Problem: In der Öffentlichkeit wurde nicht zwischen Franchisenehmer und -geber unterschieden. Als Yi-Ko aufgrund der äußerst sensiblen Verbraucherreaktionen in Turbulenzen geriet, entstand zunächst der Eindruck, Burger King selbst sei betroffen. Eine gefährliche Entwicklung, der es gegenzusteuern galt. „Wir stellten uns der Verantwortung – es ging ja auch um 3000 Mitarbeiter beim Franchisenehmer“, sagt Bork. „Wir entschieden uns für maximale Transparenz, um Vertrauen zu schaffen.“ Burger King suchte zunächst eine Lösung, die eine Insolvenz von Yi-Ko vermieden hätte. „Wir wollten mit dem ehemaligen Yi-Ko Management kooperieren und helfen, das Unternehmen von innen neu aufzustellen.“

Doch die ehemalige Yi-Ko-Geschäftsführung habe die Bemühungen torpediert. Burger King kündigte deshalb im November die Verträge mit Yi-Ko und suchte nach Wegen, möglichst vor einer nun absehbaren Insolvenz des Franchisenehmers einen anderen Betreiber für die Restaurants zu finden. Die Filialen schlossen, wurden aber bereits kurz nach Eröffnung des vorläufigen Insolvenzverfahrens Mitte Dezember wieder geöffnet. „Wir haben uns sehr dafür engagiert“, sagt Bork. Es sei eine Herausforderung gewesen, in kurzer Zeit Lieferungen und Mitarbeiter wieder zu aktivieren, zu trainieren und ausstehende Rechnungen zu begleichen.

Im Februar sollte das offizielle Insolvenzverfahren beginnen, doch Ende Januar hatte Yi-Ko nach einem Managementwechsel den Insolvenzantrag wieder zurückgenommen. Kürzlich hat sich das Franchiseunternehmen umbenannt in KRG Foodservice. Die schwierige Zeit sei nun noch nicht beendet, aber man sei auf einem guten Weg, sagt Bork.

In den dreieinhalb Jahren davor war es prächtig für Burger King gelaufen. „Wir hatten 2000 neue Arbeitsplätze geschaffen“, sagte Bork. „Sehr schmerzlich“ sei da der Konflikt gewesen. „Wir glauben weiter fest an die Marke Burger King“, betont Bork. „Die erfreuliche Entwicklung bis 2014 hat gezeigt, welches Potenzial in der Marke steckt." Bei Burger King blickt man daher nun nach vorn. Große neue Pläne stehen kurz vor der Umsetzung, zum Beispiel der Aufbau eines Lieferservices für die Kunden und ein Bezahlsystem per Handy.

Jürgen Grosche

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