Investor Berggruen: "Ich kann Karstadt retten"

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Der Investor will die dunklen Wolken über Karstadt verschwinden lassen

Berlin  - Der Investor Nicolas Berggruen hat die Seriosität seines Interesses am Kauf der insolventen Warenhauskette Karstadt betont.

Er habe kein Interesse an kurzfristiger Gewinnmaximierung und einem schnellen Weiterverkauf des Unternehmens, sagte der 48-jährige Kopf der Investmentgesellschaft Berggruen Holdings Ltd. der “Berliner Morgenpost“ (Sonntag). “Wenn jetzt der Eindruck entsteht, hier will ein Überflieger das schnelle Geld machen, so ist der falsch.“

Nicolas Berggruen ist ein Sohn des 2007 verstorbenen deutschen Kunstsammlers Heinz Berggruen. Sein Hauptinteresse sei es, dass die Gespräche mit Highstreet, dem Haupteigentümer der Karstadt- Immobilien, schnell fortgeführt würden, sagte er. Der Fonds der US- Bank Goldman Sachs habe bereits signalisiert, weiter über die Mietforderungen zu verhandeln. “Die Kontakte sind positiv. Unser Ansatz ist es, unter anderem in den Gesprächen mit Highstreet eine Lösung zu finden.“ Anders als der bisherige Karstadt-Kaufinteressent Triton erwarte er keine weiteren Zugeständnisse vom Personal des Warenhauskonzerns. “Von dort sind bereits derartige Zugeständnisse gemacht worden, dass jetzt Schluss sein muss“, sagte Berggruen.

Berggruen-Sprecher Wolfgang Weber-Thedy hatte am Freitag gesagt, Voraussetzung für einen möglichen Kauf durch Berggruen seien Zugeständnisse der Vermieter und der Kommunen.

Am Dienstagmittag endet für die 94 Kommunen mit Karstadt-Filialen die Frist, bis zu der sie ihren Verzicht auf die erwarteten Gewerbesteuerforderungen erklären sollen. Tun sie das nicht, kann eine der Kernbedingungen des Insolvenzplans nicht erfüllt werden. Kann dieser nicht in Kraft treten, droht der Warenhauskette mit 25 000 Mitarbeitern die Zerschlagung. Bis 27. Mai muss ein Investor gefunden sein, sonst kann der Insolvenzplan nicht in Kraft treten. Bisher hatte sich nur die Investorengruppe Triton als Käufer für Karstadt ins Gespräch gebracht. Sie drohte jedoch jüngst mit Rückzug, nachdem sie vergeblich Zugeständnisse der Arbeitnehmer verlangt hatte.

Mit dem Angebot beschäftigt sich Berggruen nach eigenen Worten schon länger. “Seit mindestens sechs Monaten beschäftigt sich ein großes Team intensiv damit“, sagte Berggruen, der sich der Zeitung zufolge derzeit in Afrika aufhält. Jetzt fühle er sich so gut vorbereitet, um sagen zu können: “Ich kann das Unternehmen retten. Das ist eine seriöse Angelegenheit.“

dpa

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