"Hüttenkäse-Revolte" in Israel

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Nach massiven Preiserhöhungen boykottieren Israelis plötzlich Hüttenkäse.

Tel Aviv - “Hüttenkäse-Revolte“ in Israel: Nach massiven Preiserhöhungen boykottieren Israelis plötzlich ihre eigenen Produkte.

Wie in der arabischen Welt sorgen soziale Netzwerke wie Facebook und Twitter dafür, dass sich die Proteste wie ein Flächenbrand ausbreiten. Für die meisten israelischen Tageszeitungen ist der Käseskandal am Freitag der Aufmacher. Von “Hüttenkäse-Aufstand“, “Käseprotesten“ oder “Sturm im Käsebecher“ ist die Rede.

Hüttenkäse ist in Israel praktisch ein Grundnahrungsmittel. Die lange aufgestaute Wut vieler Israelis explodierte, als der Preis für einen Becher mit 250 Gramm plötzlich die Marke von acht Schekel (1,64 Euro) überschritt. Damit sei der Preis von Januar 2008 bis Juni 2011 um 40 Prozent, der von Milch im gleichen Zeitraum aber nur um 3,9 Prozent gestiegen, rechnet die Tageszeitung “Haaretz“ vor. Und die “Jerusalem Post“ beschwert sich, dass israelische Unternehmen ihren Hüttenkäse für die Hälfte des Preises in der Europäischen Union und den USA verkauften.

Die skurrilsten Gesetze im Ausland

Die skurrilsten Gesetze im Ausland
Andere Länder, andere Sitten: In manchen Urlaubsländern gibt es wirklich kuriose Gesetze. Ganz vorn mit dabei sind einige Vorschriften im beliebten Reiseland Italien. Im venezianischen Städtchen Eraclea ist es beispielsweise untersagt, am Strand Löcher in den Sand zu buddeln oder Burgen zu bauen.   © dpa
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ITALIEN: Im kampanischen Eboli wird das Küssen im Auto mit 500 Euro Strafe „honoriert“. © dpa
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ITALIEN: Im recht sittenstrengen Palermo auf Sizilien dürfen sich Frauen durchaus nackt am Stand zeigen. Dem „starken Geschlecht“ bleibt dies jedoch verwehrt. © dpa
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ITALIEN: Das Füttern von Tauben ist auf dem Markusplatz in der Lagunenstadt Venedig verboten. Es drohen bis zu 450 Euro Strafe. © dpa
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ITALIEN: In der Öffentlichkeit sein Pausenbrot zu verzehren, ist in Rom untersagt. © dpa
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FRANKREICH: Selbst in Paris, in der Stadt der Liebe, ist das Küssen im Pariser Bahnhof Gare du Nord und im Zug seit dem Jahr 1910 verboten. © dpa
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FRANKREICH: Liebe Bauern, liebe Tierliebhaber. Sollten Sie ein Schwein in unserem Nachbarland erwerben, nennen Sie es nicht Napoleon. Dies wird im Land des kleinen Korsen als Beleidigung aufgefasst. © dpa
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ENGLAND: Die Insel ist bekannt für ihre „Pub-Kultur“. Doch in Pubs ist es verboten, dass Männer Frauen um Sex bitten. Dies ist ein „nationales Ärgernis“. Strafe: bis zu 180 Euro oder drei Monate Gefängnis. © dpa
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ENGLAND: Es ist verboten, auf der Urlaubskarte die Briefmarke mit dem Portrait der Königin verkehrt herum aufzukleben. © www. travel24.com
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GRENADA (Kleine Antillen): Auf der Insel Grenada sollte man stets „zivil“ gekleidet sein. Wer mit Badehose oder Bikini in ein Shoppingcenter geht, dem droht ein Bußgeld von bis zu 200 Euro. © dpa
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ISRAEL: Bären ist es untersagt Strände zu betreten und im Meer zu baden. © dpa
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Japan: Das Land garantiert seinem Volk per Gesetz Sonnenschein. © dpa
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ISRAEL: Das Anschauen von Sexfilmen in Hotels ist strafbar. Wer erwischt wird, kann bis zu drei Jahre im Gefängnis landen. © dpa
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RUSSLAND: Ist das Auto zu schmutzig, kann es bis zu 200 Euro Bußgeld hageln. Dabei bleibt allerdings ungeklärt, was „schmutzig“ bedeutet. Darf der Autofahrer mit schmutzigen Nummernschild fahren oder müssen die Auto-Insassen durch die Scheiben noch erkennbar sein. Wie fast immer im „wilden Russland“ ist auch dies Auslegungsache der Beamten. © dpa
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USA: Indiana (Gary) geht mit allen Mitteln gegen Knoblauchesser vor. Nach ausgiebigem Knoblauchverzehr ist es vier Stunden lang untersagt, ins Kino oder Theater zu gehen oder auch nur die Straßenbahn zu benutzen. © dpa
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USA: Radfahrer in Connecticut dürfen von der Polizei gestoppt werden, wenn sie schneller als 100 km/h mit ihrem Drahtesel unterwegs sind. © dpa
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USA: Das Fahren ohne Scheibenwischer ist in Texas verboten. Eine Windschutzscheibe ist nicht nötig, Scheibenwischer müssen aber sein. © dpa
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USA: Ein kleiner Strandabschnitt in Clearwater (Florida) mit 12 Verboten. Vom Wassersport wie Surfen oder Boot fahren bis hin zum Alkoholtrinken oder Betteln ist hier alles mögliche verboten. © www. travel24.com
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USA: Alabama verbietet das Fahren eines Fahrzeugs mit Augenklappe. © dpa
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USA: In Illinois empfiehlt es sich, wenigstens einen Dollar Bargeld bei sich zu führen. Ansonsten können Sie leicht wegen Landstreicherei verhaftet werden. © dpa
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USA: Im Sonnenstaat Florida (Sarasota) darf man kein Ständchen auf öffentlichen Plätzen singen, wenn man nur Badekleidung an hat. © dpa

Von Abzocke und kaltblütiger Ausnutzung eines Marktmonopols durch Molkereien und Hersteller von Milchprodukten ist inzwischen die Rede. Und die Konsumenten wehren sich. Mehr als 50 000 empörte Menschen hätten sich über das soziale Netzwerk Facebook organisiert, berichteten die israelischen Zeitungen. Mehr als 11 000 Anhänger fand allein die Gruppe “Konsumentenboykott für Lebensmittel“. “Die israelische Regierung leidet unter ernsthaftem Autismus und sollte außerdem mal die Stöpsel aus den Ohren nehmen“, lässt Osna K. ihrer Wut freien Lauf.

Das Problem ist spätestens seit Mittwoch auch bei Ministerpräsident Benjamin Netanjahu angekommen. Während einer Debatte im Parlament stellte ihm ein Oppositionspolitiker einen Becher Hüttenkäse vor die Nase.

Holon - Kulturoase mit Skulpturen 

Holon - Kulturoase
Skulpturen stehen in einem der "Story Gardens" in Holon (undatierte Aufnahme). Die Skulpturen erzählen israelische Kindergeschichten. 31 “Story Gardens“ sind über die Stadt verteilt. © dpa
Holon - Kulturoase
Viele Jahre war Holon nicht mehr als der langweilige Nachbarort von Tel Aviv. Jetzt wurden kulturelle Angebote für Kinder und Jugendliche geschaffen. © dpa
Holon - Kulturoase
Das Design Museum in Holon. © dpa
Holon - Kulturoase
Theater, ein Kino und eine Bibliothek unter einem Dach: Die die "Mediatheque" der Stadt. © dpa
Holon - Kulturoase
Die roten Streben des Design Museums in Holon. © dpa
Holon - Kulturoase
Kunstgärten beleben die Stadt. © dpa

Im Prinzip wäre eine Lösung sehr einfach. Finanzminister Juval Steinitz spielt mit dem Gedanken, mehr Importe von Milchprodukten zuzulassen, weil die Preise bei einem größeren Angebot fielen.

Allerdings habe der Minister die Rechnung ohne den Wirt gemacht, schreibt die Tageszeitung “Maariv“. Erst vor wenigen Monaten sei ein Gesetz in Kraft getreten, das die Einfuhr von Milchprodukten nach Israel beschränke. Die für Handel- und Landwirtschaft zuständigen Minister müssten Lockerungen zustimmen. Aber genau jene beiden Minister repräsentierten im Parlament die Kibbuzim, in denen die Molkereien arbeiteten.

dpa

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