IWF-Chefin fordert Taten

Lagarde: Euro Risiko für Weltwirtschaft

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Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde

Washington - Die Direktorin des Internationalen Währungsfonds will im Kampf gegen die Finanzkrise Taten sehen. Die Euro-Krise bezeichnete sie als größte Gefahr für die Weltwirtschaft.

Christine Lagarde forderte die Regierungen Europas und der USA zu umgehendem Handeln auf, um der schwächelnden Weltwirtschaft auf die Sprünge zu helfen.

„Diesmal brauchen wir eine nachhaltige Erholung, keine kurzfristigen Aufschläge“, sagte Lagarde am Montag in Washington in einer Rede vor dem Peterson Institute for International Economics. Die Entscheidungsträger müssten ihre Zusagen einhalten und entsprechende Programme umsetzen, um die Wirtschaft im Kampf gegen die Krise wieder auf die richtige Spur zu bringen. Sicherheit sei gefragt, betonte sie. Die Entscheidungsträger müssten wirkliche Akteure sein.

Krisenhelfer IWF und Weltbank: Was machen die eigentlich?

Der IWF wurde 1944 zusammen mit der Weltbank in Bretton Woods ( USA) gegründet. Ziel war es, nach dem Zweiten Weltkrieg ein neues Weltwirtschaftssystem mit stabilen Wechselkursen einzuführen. Die Zusammenarbeit in der Währungspolitik und im internationalen Zahlungsverkehr sollte gefördert werden. © dpa
Die Finanzhilfen des IWF sind meist an strenge Auflagen geknüpft - etwa an die Sanierung des Staatshaushalts. © dpa
Der Internationale Währungsfonds ( IWF) ist in der weltweiten Finanzkrise zu einem der wichtigsten Krisenhelfer aufgestiegen. © dpa
Die Sonderorganisation der Vereinten Nationen greift ein, wenn Staaten Finanzschwierigkeiten haben oder ihnen der Bankrott droht. Der IWF hilft den Mitgliedsländern dann mit Krediten. © dpa
Chef des IWF ist in der Regel ein Europäer. Aktuell wird er von der früheren französischen Finanzministerin Christine Lagarde gelenkt, die nach dem Rücktritt des Franzosen Dominique Strauss-Kahn an die IWF-Spitze rückte. © ap
Der spätere Bundespräsident Horst Köhler war von 2000 bis 2004 IWF-Chef. Zunehmend drängen aber auch Schwellenländer darauf, den Topposten zu stellen. © dpa
Die Quote bestimmt auch das Mitspracherecht. Der Einfluss aufstrebender Schwellenländer - etwa Chinas oder Indiens - beim IWF wurde zuletzt mit einer Stimmrechts- und Quotenreform erhöht. © dpa
Die Kapitaleinlagen (Quoten) der mittlerweile 187 Mitgliedsländer richten sich unter anderem nach der Stärke ihrer Volkswirtschaft. © dpa
Gerade in der Bewältigung der Euro-Schuldenkrise spielt der IWF eine wichtige Rolle. Zusammen mit den Europäern schnürte der Währungsfonds Milliarden-Rettungspakete für die Schuldensünder Griechenland, Irland und Portugal. © dpa
Die Weltbank steht nicht ganz so stark im Licht der Öffentlichkeit wie der IWF. Ursprünglich war ihr Ziel, nach dem Zweiten Weltkrieg den Wiederaufbau zu fördern und in Zusammenarbeit mit dem IWF stabile Währungen zu schaffen. © ap
Seit den 1960er Jahren liegt ihre Hauptaufgabe in der Entwicklungshilfe. Schwerpunkte sind die Förderung von Infrastruktur, Privatwirtschaft und Umweltprojekten sowie der Kampf gegen Armut und Krankheiten. © dpa
Im Gegenzug zur europäischen Besetzung der IWF-Spitze wird die Weltbank traditionell von einem Amerikaner geleitet, ab 1. Juli 2012 führt Jim Yong Kim die internationale Finanzeinrichtung. © dpa

Die Weltwirtschaft erhole sich zwaar allmählich, sagte Lagarde. Doch laut Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF) werde das Wachstum voraussichtlich geringer ausfallen als erwartet. „Unsicherheit in der Euro-Zone bleibt das größte Risiko für die Weltwirtschaft“, erklärte die IWF-Direktorin. Daher müsse in Europa, dem Epizentrum der Krise, gehandelt werden.

Doch auch die USA müssten vermeiden, durch eine massive Kürzung der Staatsausgaben und Steuererhöhungen erneut eine Rezession zu verursachen, die die Weltwirtschaft schädigen könne. Lagarde fügte hinzu, alle hofften, dass bald in den USA politische Klarheit geschaffen und ein konkreter Plan zur Begrenzung der Schulden auf den Weg gebracht werde.

Vor allem Schwellenländer seien in dieser Situation ein „Licht in der Dunkelheit“ und könnten eine Führungsrolle in der Zeit der Not einnehmen, fügte Lagarde hinzu.

dapd

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