Jobwachstum in den USA abgeflaut

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Barack Obama

Washington - Ein gutes halbes Jahr vor den US-Präsidentenwahlen steht Amtsinhaber Obama zunehmend unter Druck, Erfolge zu präsentieren. Neueste Nachrichten vom Arbeitsmarkt tun ihm dabei keinen rechten Gefallen.

Die Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt hat überraschend an Fahrt verloren. Die Wirtschaft habe im März lediglich 121 000 neue Stellen geschaffen, teilte das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mit. Das ist deutlich weniger als von Experten erwartet und die geringste Zunahme seit fünf Monaten. Die Arbeitslosenquote fiel dennoch leicht von 8,3 auf 8,2 Prozent. Sie ist damit so niedrig wie seit Januar 2009 nicht mehr - aber für amerikanische Verhältnisse immer noch sehr hoch.

Die Quote sank vor allem, weil sich weniger Menschen für den Arbeitsmarkt zu Verfügung gestellt hätten. Außerdem wurde das Jobwachstum für Februar nachträglich um 13 000 Stellen auf 240 000 nach oben korrigiert. Insgesamt gibt es in den USA 12,7 Millionen Arbeitssuchende, mehr als 40 Prozent davon sind seit mehr als einem halben Jahr ohne Erwerbsbeschäftigung. Weitere 7,7 Millionen suchten nach einer Vollzeittätigkeit, mussten sich aber mit Teilzeitstellen begnügen.

Obwohl die Arbeitslosenquote auf den geringsten Wert in der Amtszeit von US-Präsident Barack Obama fiel, könnte sie laut Experten für ihn zum Stolperstein im Kampf um die Wiederwahl werden. Seit dem Zweiten Weltkrieg wurde noch kein Präsident im Amt bestätigt, unter dessen Ägide die Arbeitslosigkeit bei acht Prozent lag. “Es gibt noch mehr Arbeit zu erledigen“, räumte der ökonomische Chefberater des Weißen Hauses, Alan Krueger, ein.

Obama erbte bei seinem Amtsantritt Anfang 2009 die schwerste Wirtschaftskrise seit der großen Depression, in deren Zuge fast neun Millionen Jobs vernichtet worden waren. Seit gut zwei Jahren nimmt die Zahl neuer Stellen zwar ohne Unterlass zu, doch insgesamt wurden erst gut vier Millionen wieder aufgebaut.

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Das im März abgeflaute Jobwachstum unterstreicht jüngste Äußerungen des US-Zentralbankchefs Ben Bernanke. Der Vorsitzende der Federal Reserve (Fed) mahnte, dass für eine echte Erholung auf dem Arbeitsmarkt die Konjunktur deutlich anziehen müsse. Dafür mangele es aber an einer starken Verbrauchernachfrage nach Konsumgütern, die etwa 70 Prozent der US-Wirtschaft ausmache. Auch steigende Benzinpreise und die schwelende Finanzkrise in Europa hemmen laut Volkswirten die Konjunktur in den Vereinigten Staaten.

Trotz der Sorgen vor einer bröckelnden Erholung peilt die Fed vorerst keine weiteren Hilfsmaßnahmen an. Aus dem Protokoll ihrer jüngsten Sitzung geht hervor, dass sich die Währungshüter mit weiteren Maßnahmen der geldpolitischen Lockerung bis auf weiteres zurückhalten wollen. Eine Abkehr von der derzeitigen Politik historischer Niedrigzinsen käme aber erst bei einer “signifikanten“ Änderung des wirtschaftlichen Ausblicks nach oben infrage.

dpa

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