Josef Ackermann lobt sich selbst

"Die Entwicklung hat mich meistens bestätigt"

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Josef Ackermann

München - Dem langjährigen Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann, ist sein späteres Bild in den Geschichtsbüchern wichtig.

Er lege Wert darauf, dass die Darstellungen seines Lebenswerks der Realität entsprechen, sagte Ackermann in einem Interview mit dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Ich möchte, dass die Wahrheit siegt."

Rückblickend halte er die Mehrzahl seiner Einschätzungen für richtig. "Die Entwicklung hat mich meistens bestätigt", sagte er dem Magazin im Hinblick auf die öffentliche Kritik an seinen Entscheidungen. In der Finanzkrise hatte Ackermann staatliche Hilfe für die Deutsche Bank abgelehnt und die Griechenland-Sparziele öffentlich infrage gestellt.

Ackermann, der zehn Jahre an der Spitze der Deutschen Bank stand, hält seine Entscheidung auch für richtig, zuletzt verstärkt die politische Öffentlichkeit gesucht zu haben. "Die letzten, wenn man so will, 'politischen Jahre' waren die wichtigsten in meinem bisherigen Berufsleben. In dieser Zeit konnte ich mehr bewirken als ein reiner Banker. Für die Gesellschaft, aber auch für die Bank und für mich selbst."

"Ich versuche, meine Probleme selbst zu lösen"

Im "Focus"-Interview bezeichnete er sich als einen überaus kontrollierten Menschen. "Ich habe mich im Laufe meines Berufslebens diszipliniert", sagte er. "Ich versuche, meine Probleme selbst zu lösen." Er erkenne jedoch auch die Gefahr, dass sich viele Manager gegenüber der Außenwelt abschotten: "Man droht abzustumpfen, gewisse Dinge nicht mehr an sich heranzulassen. Die Feinheiten nicht mehr zu spüren, auch emotionale Verletzungen des Gegenüber."

Ackermann bestätigte auf Nachfrage des Nachrichtenmagazins, dass er Miteigentümer des Berliner Edelrestaurants "Borchardt" sei. Er habe gemeinsam mit Schweizer Freunden einen Immobilienfonds gegründet, dem die Immobilie und das bei Prominenten beliebte Restaurant gehörten.

Der 64-jährige Schweizer hatte sich am Donnerstag bei der Hauptversammlung der Deutschen Bank in Frankfurt am Main verabschiedet. Er übergebe das Kreditinstitut "in guter Verfassung" an seine beiden Nachfolger Anshu Jain und Jürgen Fitschen, hatte er gesagt.

dapd

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