Kabel Deutschland verklagt Telekom

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Kabel Deutschland rechnet mit einem jahrelangen Verfahren bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung.

München - Kabel Deutschland hat die Deutsche Telekom auf einen dreistelligen Millionenbetrag verklagt. Die beiden Parteien rechnen mit einem langwierigen Verfahren.

Die Telekom habe seit 2004 „missbräuchlich überhöhte“ Entgelte für die Nutzung ihrer Kabelkanäle und Infrastruktur kassiert, erklärte der Kabelnetzbetreiber am Donnerstag in Unterföhring bei München. Die Telekom widersprach dem scharf.

Die im M-Dax notierte Kabel Deutschland verlangt in ihrer Klage vor dem Landgericht Frankfurt, dass die Telekom ihre jährliche Nutzungsgebühr von 101 auf 34 Millionen Euro senkt. Außerdem müsse sie 279 Millionen Euro plus Zinsen zu viel bezahlter Entgelte für die vergangenen Jahre zurückzahlen. Zur Begründung verweist Kabel Deutschland auf weit niedrigere Entgelte, die die Bundesnetzagentur für bestimmte Kabelkanäle festgelegt habe.

Die Telekom entgegnete, es gehe um ganz verschiedene Kabel. Der mit Kabel Deutschland vereinbarte Preis sei völlig korrekt. Dass ausgerechnet einer der Kabelnetzbetreiber, „die Quasi-Monopole betreiben und niemanden ihre Netze nutzen lassen“, wegen angeblich überhöhter Preise klage, verwundere sehr. Es stehe ihnen frei, selbst Anlagen zu bauen, erklärte der Telefonriese in Bonn.

Kabel Deutschland rechnet mit einem jahrelangen Verfahren bis zu einer rechtskräftigen Entscheidung. Die Börse reagierte gelassen: Die Telekom-Aktie gab in einem schwächeren Markt bis zum Nachmittag um knapp ein Prozent nach, die Kabel-Deutschland-Aktie blieb fast unverändert.

dpa

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