Karstadt-Rettung könnte 4.000 Arbeitsplätze kosten

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Der Karstadt-Interessent Triton will bei einer Übernahme der insolventen Kaufhauskette offenbar mehrere tausend Stellen abbauen.

Düsseldorf - Der Karstadt-Interessent Triton will bei einer Übernahme der insolventen Kaufhauskette offenbar mehrere tausend Stellen abbauen.

Wie die “Bild am Sonntag“ berichtet, sieht die Offerte eine Streichung von etwa 4.000 der rund 26.000 Karstadt-Jobs vor. Ziel sei es außerdem, die Mietzahlungen für die Filialen deutlich zu kürzen. Laut Informationen der “Welt“ hat Triton bereits im Bundeswirtschaftsministerium die Chancen für eine staatliche Unterstützung ausgelotet. Der Gläubigerausschuss habe die Triton-Offerte am Samstag “wohlwollend zur Kenntnis genommen“, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters der Nachrichtenagentur DAPD. Nun stünden Gespräche zwischen dem Investor und den verschiedenen Interessengruppen auf dem Programm. Dafür habe Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg seine Moderation angeboten. Ziel sei, dass es bis zum Freitag (30. April) eine Lösung gebe. Die Investmentfirma Triton hatte am Freitag ein Kaufangebot für die zahlungsunfähige Essener Warenhauskette vorgelegt, allerdings weitere Zugeständnisse der Mitarbeiter und der Vermieter zur Bedingung gemacht. Nach Angaben des Insolvenzverwalters war es das einzige Angebot. Triton will als Kaufpreis 30 Millionen Euro an den Insolvenzverwalter zahlen, weitere 60 Millionen Euro sollen in das Unternehmen investiert werden, wie die “Bild am Sonntag“ schreibt. Bei Triton war zunächst niemand für eine Stellungnahme erreichbar.

Laut Bericht wurden Chancen für Staatshilfe ausgelotet

Nach Informationen der “Welt“ (Montagausgabe) hat Triton bereits im Bundeswirtschaftsministerium die Chancen einer möglichen Staatshilfe für Karstadt ausgelotet. Offenbar solle es um eine Absicherung neuer Bankkredite gehen, berichtete die Zeitung. Eine Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums wollte den Bericht auf DAPD-Anfrage nicht bestätigen. Auch Triton wollte sich auf Anfrage der “Welt“ nicht dazu äußern. “Unser Angebot ist ein stehendes Konzept, das nicht auf zusätzliche Hilfe angewiesen ist“, wurde ein Sprecher zitiert.

Einschnitte in Tarifverträge angestrebt

Laut “Spiegel“ will Triton zunächst Änderungen in den als zu großzügig angesehenen Tarifverträgen vornehmen und die Mieten für die Kaufhäuser weiter reduzieren. Der große Mehrheit der verbliebenen 120 Karstadt-Häuser gehört dem Immobilienfonds Highstreet der US-Großbank Goldman Sachs, seit der Insolvenz einer der größten Karstadt-Gläubiger. Laut “Spiegel“ hat Karstadt-Insolvenzverwalter Görg bereit ausgehandelt, dass Highstreet zugunsten einer Karstadt-Rettung auf Mieteinahmen in Höhe von 150 Millionen Euro verzichten würde. Zuletzt war auch über einen möglichen Einstieg von Goldman Sachs bei dem deutschen Traditionsunternehmen spekuliert worden - eine Option, die dem “Spiegel“ zufolge noch nicht vom Tisch ist.

apn

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