Kaum "faire" Produkte im Angebot

Düsseldorf - In Deutschland haben fair gehandelte Produkte einen deutlich geringeren Marktanteil als in anderen europäischen Ländern.

Nur wenige Einzelhandelsketten seien derzeit bereit, fair gehandelte Produkte breiter in ihr Angebot aufzunehmen, berichtete der Handelsverband TransFair am Montag in Düsseldorf. Bei den bekanntesten Produkten Kaffee, Bananen und Schokolade habe der Umsatz in Deutschland seit Beginn des Verkaufs von Fairtrade- Produkten vor 20 Jahren nur wenig zugenommen. “Während in der Schweiz rund die Hälfte der verkauften Bananen aus Fairtrade-zertifiziertem Anbau stammen, sind es in Deutschland unter einem Prozent“, sagte der Geschäftsführer von TransFair, Dieter Overath, der dpa. In Großbritannien hätten führende Einzelhandelsketten wie “Marks & Spencer“ bereits ihr gesamtes Kaffeeangebot umgestellt.

Fair gehandelter Kaffee erziele hier einen Umsatzanteil von 20 Prozent, in Deutschland knapp 1,5 Prozent. Erst langsam komme der deutsche Handel auf den “fairen“ Geschmack: Rewe verkaufe allein 60 Millionen “Fairtrade-Rosen“ jährlich. Rosen seien mit 4 Prozent Marktanteil derzeit das stärkste Fairtrade-Produkt in Deutschland. “Fair gehandelte Produkte sind ein wichtiges Werkzeug, um Kinderarmut und Kinderarbeit weltweit zu bekämpfen“, sagte der Vorsitzende der Kindernothilfe, Jürgen Thiesbonenkamp. “Verbote von Kinderarbeit sind nutzlos, wenn die Eltern durch Armut auf die Arbeit der Kinder angewiesen bleiben.“

dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Audi-Chef Stadler in U-Haft genommen - Nachfolge soll feststehen
Aldi Süd hat Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Aldi Süd hat Swimming-Pool im Angebot - doch er hat einen großen Nachteil
Rewes WM-Tweet geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder
Rewes WM-Tweet geht voll nach hinten los - Supermarkt-Kette löscht ihn zerknirscht wieder
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden
Lidl postet scheinbar harmlosen Witz  - und verprellt damit zahlreiche Kunden

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.