Kritik an Managergehältern bei Siemens

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Die Managergehälter von Siemens werden kritisiert.

München - Der Münchner Elektrokonzern Siemens bekommt zur Hauptversammlung von der IG Metall Gegenwind für sein Vergütungssystem für Top-Manager.

Das Modell richte sich zu einseitig an kurzfristigen Renditen aus, kritisierte die Gewerkschaft am Montag in München. “Langfristige Unternehmensziele, die Sicherheit der Arbeitsplätze und nachhaltiges Wirtschaften spielen in der Struktur der Vorstandsgehälter keine Rolle.“ So würden nicht genügend Anreize für Investitionen in Standorte und in Beschäftigung gesetzt.

Die höchsten Manager-Abfindungen

Die höchsten Manager-Abfindungen
Andreas Kley. Posten: Finanzchef der Siemens-Kraftwerkssparte. Abgang: 2004. Abfindung: 1,7 Millionen Euro. © AP
Die höchsten Manager-Abfindungen
Thorsten Grenz. Posten: Chef des Telekommunikations-Unternehmens Mobilcom. Abgang: 2005. Abfindung: 2,45 Millionen Euro. © dpa
Die höchsten Manager-Abfindungen
Kai-Uwe Ricke. Posten: Chef der Telekom. Abgang: 2006. Abfindung: 2,5 Millionen Euro © AP
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Jürgen Sengera. Posten: West LB -Chef. Abgang: 2003. Abfindung: 3,25 Millionen Euro. © dpa
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Ulrich Schumacher. Posten: Chef des Chipherstellers Infineon. Abgang: 2004: Abfindung: 5,25 Millionen Euro. © dpa
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Klaus Lederer. Posten: Chef von Babcock-Borsig (Maschinenbau- und Energietechnikkonzern). Abgang: 2002. Abfindung: 6 Millionen Euro. (Zahlte die Babcock-Tochter Howaldtswerke Deutsche Werft) © dpa
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Klaus Kleinfeld. Posten: Siemens-Chef. Abgang: 2007. Abfindung: 6,1 Millionen Euro. © dpa
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Udo Stark. Posten: Chef des Immobilienkonzerns Agiv. Abgang: 2000. Abfindung: 6,4 Millionen Euro. © dpa
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Hubertus Erlen. Posten: Chef des Pharmakonzerns Schering. Abgang: 2006. Abfindung: 6,6 Millionen Euro. © dpa
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Thomas Holtrop: Posten: T-Online-Chef. Abgang: 2004. Abfindung: 7 Millionen Euro. © AP
Die höchsten Manager-Abfindungen
Bernd Pischetsrieder. Posten: BMW -Chef. Abgang: 1999. Abfindung: 7,5 Millionen Euro. © dpa
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Utz Claassen. Posten: Chef des Energie-Riesen EnBW. Abgang: 2007. Abfindung: 8 Millionen Euro. © dpa
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Werner Seifert. Posten: Vorstandschef der Deutschen Börse. Abgang: 2005. Abfindung: 10 Millionen Euro. © dpa
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Wolfgang Urban. Posten: Karstadt-Chef. Abgang: 2004. Abfindung: 10 Millionen Euro. © dpa
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Ron Sommer . Posten: Telekom-Chef (brachte die Telekom-Aktie an die Börse). Abgang: 2002. Abfindung: 11,6 Millionen Euro. © dpa
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Harry Roels. Posten: Chef des Energiekonzerns RWE. Abgang: 2007. Abfindung: 12 Millionen Euro. © dpa
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Holger Härter . Posten: Porsche-Finanzchef. Abgang: 2009. Abfindung: 12,5 Millionen Euro. © dpa
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Kajo Neukirchen. Posten: Chef des Anlagenbauers MG Technologies. Abgang: 2003. Abfindung: 13,2 Millionen Euro. © AP
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Mark Wössner. Posten: Bertelsmann-Chef. Abgang: 2000. Abfindung: 15 Millionen Euro. © dpa
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Dieter Ammer. Posten: Chef bei der Brauerei Beck und Co. Abgang: 2003. Abfindung: 15 Millionen Euro. © dpa
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Clemens Börsig. Posten: Finanzchef der Deutschen Bank. Abgang: 2006. Abfindung: 17 Millionen Euro. © dpa
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Hans-Joachim Körber. Posten: Chef der Metro AG. Abgang: 2007. Abfindung: 19,3 Millionen Euro. (Körber bekam keine Abfindung im eigentlichen Sinn. Das G eld erhielt er aus der Fortzahlung seiner Vergütung und über Rentenansprüche). © dpa
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Klaus Zumwinkel. Posten: Chef der Postbank. Abgang: 2009. Abfindung: 20 Millionen Euro © dpa
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Thomas Middelhoff. Posten: Chef bei Bertelsmann. Abgang: 2002. Abfindung: 25 Millionen Euro. © dpa
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Klaus Esser. Posten: Chef des Telekommunikations-Unternehmens Mannesmann (wurde von Vodafone übernommen). Abgang: 2000. Abfindung: 30 Millionen Euro. © dpa
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Wendelin Wiedeking. Posten: Chef von Porsche . Abgang: 2009. Abfindung: 50 Millionen Euro, von der die Hälfte in eine soziale Stiftung geht. © dpa
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Robert „Bob“ Eaton. Posten: Chef von Chrysler . Abgang: 2000. Abfindung: 60 Millionen Euro. © AP
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Frank Newman. Posten: Chef der US-Bank Bankers Trust (wurde von der Deutschen Bank übernommen). Abgang: 1999. Abfindung: 85 Millionen Euro. © AP
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Bruce Karatz. Posten: Chef des Baukonzerns KB Home. Abgang: 2006. Abfindung: 175 Millionen Dollar. © AP
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Richard Grasso: Posten: Chef der New Yorker Börse „New York Stock Exchange“. Abgang: 2003. Abfindung: 187 Millionen Dollar. © AP
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Robert Nardelli. Posten: Chef der US-Baumarktkette Home Depot. Abgang: 2007. Abfindung: 210 Millionen Dollar. © AP
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Hank McKinnell. Posten: Chef des US-Pharmariesens Pfizer (stellt Viagra her). Abgang: 2006. Abfindung: 213 Millionen Dollar. © AP
Die höchsten Manager-Abfindungen
Lee Raymond. Posten: Chef des Öl-Multis Exxon Mobil. Abfindung: 351 Millionen Dollar. © AP

Mehr als 9,5 Millionen Euro der laut Vergütungsbericht für das Geschäftsjahr 2008/09 (30. September) insgesamt an die Vorstandsmitglieder gezahlten gut 27 Millionen Euro bestünden aus Boni, bemängelte die IG Metall. Diese würden an Parametern wie dem Umsatzwachstum oder der Rendite auf das eingesetzte Kapital berechnet. Dem stünden Fixgehälter von lediglich knapp 7,5 Millionen Euro sowie knapp 9,5 Millionen Euro in Form von aktienbasierten Vergütungen gegenüber.

Bei dem Aktionärstreffen an diesem Dienstag (26. Januar) stellt der Konzern sein Vergütungsmodell erstmals zur Abstimmung und kommt damit den Vorgaben des neuen Gesetzes zur Angemessenheit der Vorstandsvergütung nach. Grundsätzlich sei zu begrüßen, dass Siemens diesen Weg gehe, ohne einen entsprechenden Antrag der Anleger abzuwarten, erklärte die Gewerkschaft. Kernziel der gesetzlichen Neuregelung sei aber die Ausrichtung an Nachhaltigkeit und langfristiger Unternehmensentwicklung, diesen Zielen entspreche das Vergütungsmodell bisher nicht. Ähnliche Kritik hatte zuvor auch der Verein der Siemens-Belegschaftsaktionäre geäußert, der deshalb bei der Hauptversammlung gegen das Vergütungssystem stimmen will.

Siemens hatte das Modell 2008 und damit noch vor dem Inkrafttreten des neuen Gesetzes beschlossen. In einer Stellungnahme zu den Gegenanträgen zur Hauptversammlung erklärt das Unternehmen, das System trage “nach Einschätzung von Experten dem Ziel der Nachhaltigkeit, das auch mit den gesetzlichen Neuregelungen verfolgt wird, bereits weitgehend Rechnung“. Der variable Anteil der Vorstandsvergütung bei Siemens sei im schwierigen Geschäftsjahr 2008/09 um 32 Prozent zurückgegangen. “Das zeigt, dass unser System je nach Zielerreichungsgrad atmet.“

dpa

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