Die Kosten fürs Girokonto steigen im Schnitt um drei Prozent

Kunden müssen bald mehr bezahlen: Sparkasse dreht an der Gebührenschraube

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Die Kunden der Stadtsparkasse müssen sich auf höhere Gebühren gefasst machen.

Den Kunden der Stadtsparkasse München flattert dieser Tage eine Preiserhöhung ins Haus: Die Gebühren steigen um drei Prozent.

„Wir orientieren uns bei dieser moderaten Erhöhung an der Steigerung des allgemeinen Preis­niveaus der letzten Jahre“, sagt Sparkassen-Sprecher Joachim Fröhler zur tz. Die Erhöhung tritt am 1. Januar 2019 in Kraft.

Die Preise steigen quer durchs Portfolio – alle drei Girokonto-Modelle sind betroffen. So liegt der Grundpreis für ein Girokonto Individual dann bei 3,05 Euro im Monat (derzeit 2,95 Euro), der Grundpreis für das Girokonto Online steigt auf 5,10 Euro (derzeit 4,95 Euro) bei einem monatlichen Geldeingang unter 1750 Euro (siehe Tabelle). Wenn monatlich mehr Geld auf dem Online-Konto landet, ist es kostenfrei. Das Girokonto Komfort – bei dem alle Dienstleistungen inklusiv sind – kostet bald 8,20 Euro (statt 7,95 Euro).

Die Sparkasse hatte mit ihrer letzten Erhöhung vor zwei Jahren für Ärger unter den Kunden gesorgt. Damals hatte das Institut seine drei Konto-Modelle eingeführt – und die Preise teils drastisch angehoben. Das Standardkonto, bei dem praktisch alle Leistungen inklusive waren, kostete damals 4,95 Euro. Das neue Konto-Modell Komfort (mit ähnlichem Leistungsumfang) kostete dann 7,95 Euro. „Wir hatten damals zuvor 13 Jahre lang die Preise stabil gehalten. Dann kam es zu diesem großen Sprung“, so Fröhler. Um solche drastischen Erhöhungen zu vermeiden, habe man sich nun für eine moderate Anhebung nach zwei Jahren entschieden.

„Die Kosten steigen für uns“

Sprecher Fröhler zu den Preisen

Die anhaltende Niedrig­zinsphase zwingt die Banken dazu, immer enger zu kalkulieren. „Die EZB verlangt weiterhin Negativzinsen, dadurch entgehen uns natürlich Einnahmen“, sagt Fröhler und fügt hinzu: „Deshalb müssen wir die Kosten im Zahlungsverkehr kritisch unter die Lupe nehmen.“ Früher hätten einzelne Dienstleistungen über Einnahmen in anderen Geschäftsfeldern querfinanziert werden können – das sei heute nicht mehr möglich. Und die Personalkosten stiegen weiter.

Die Stadtsparkasse mit Chef Ralf Fleischer hat entschieden, ab Januar die Preise zu erhöhen

Die Bank erhöht nicht nur die Grundpreise, sondern auch die Gebühren für weitere Dienstleistungen. Die Höhe dieser Gebühren hängt davon ab, welches Konto-Modell man hat. Bei der Kontovariante Individual werden alle in Anspruch genommenen Leistungen einzeln berechnet. Ein Beispiel: Wer eine Überweisung am Service-Terminal tätigt, musste dafür bisher eine Gebühr von 30 Cent zahlen – künftig steigt der Preis auf 31 Cent. Auch die SparkassenCard wird teurer: Sie kostete bisher 7,50 Euro im Jahr, künftig werden 7,75 Euro fällig.

Nicht nur die Nutzung der Schalter, sondern auch die der Service-Terminals ist bei der Sparkasse gebührenpflichtig. Für viele Kunden ein Ärgernis. Fröhler wirbt um Verständnis: „Die Geräte kosten auch Geld. Die Nutzung der Infrastruktur muss bezahlt werden.“ Letztlich müsse sich jeder Kunde das für ihn günstigste Konto-Modell heraussuchen. Derzeit verteilten sich die Kunden der Sparkasse recht gleichmäßig auf die drei angebotenen Varianten.

„Wir haben eine Verantwortung“

Sprecher Fröhler über  die Kundenpflege

Besonders teuer ist die Nutzung des Service in der Filiale für Kunden, die das Girokonto-Modell Online gewählt haben. Sie zahlen künftig 2,60 Euro für eine Überweisung am Service-Terminal, derzeit sind es 2,50 Euro. „Das Modell ist für die reine Online-Nutzung gedacht“, so Fröhler. „Wir müssen hier Rücksicht auf den Wettbewerb nehmen und bieten das Onlinekonto mit einem monatlichen Geldeingang von über 1750 Euro deshalb weiter kostenlos an“, sagt Fröhler mit Blick auf die Angebote der Direktbanken. Wer sich für ein solches Modell entscheide, könne dann aber natürlich nicht kostenfrei die Angebote in den 58 Standorten der Sparkasse nutzen.

Einen Systemwechsel vollzieht die Sparkasse bei der Ausgabe von Münzrollen. Bisher galt ein pauschaler Preis von 4,50 Euro am Schalter oder einem Euro am Automaten. „Wir berechnen die Kosten jetzt konsequent nach Aufwand“, so Fröhler. Künftig müssen die Kunden – meist Geschäftsinhaber oder Vereine – pro Rolle zahlen. Ein-Cent-Rollen kosten dann zehn Cent, Zwei-Cent-Rollen 25 Cent, alle anderen Rolle schlagen mit 50 Cent zu Buche. „Gerade das Münzgeschäft ist extrem kosten- und arbeitsintensiv“, so Fröhler.

Nicht erhöht werden die ermäßigten Preise für Geringverdiener mit einem Nettoeinkommen bis 1500 Euro im Monat oder Besitzer des München-Passes. Sie können bei der Stadtsparkasse fürs Girokonto Komfort eine Ermäßigung von drei Euro auf den regulären Preis von 7,95 Euro beantragen – diese 4,95 Euro bleiben auch 2019 unverändert. „Damit nehmen wir unsere Verantwortung als öffentlich-rechtliches Institut wahr.“ 

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