Protest unter den Sparern

Bausparverträge gekündigt: LBS-Kunden verärgert

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Das Logo der LBS in München. Die Bausparkassen leiden massiv unter der aktuellen Zinsflaute.

München - Die Bausparkasse LBS Bayern hat erstmals in ihrer Geschichte einen Stellenabbau angekündigt. Hohe Zinsversprechen aus alten Zeiten bringen die Bausparkasse in Bedrängnis und lassen den Gewinn schrumpfen.

Die Kündigung gut verzinster Bausparverträge hat bei Kunden der LBS Bayern einen Sturm der Empörung ausgelöst. Es seien rund 1100 Beschwerden von Kunden gegen die Kündigungen eingegangen, sagte Vize-Chef Helmut Straubinger am Montag in München. Um sich von ihren früheren Zinsversprechen zu befreien, hatte die Bausparkasse vor wenigen Wochen 26 000 Bausparverträge aus alten Zeiten gekündigt.

„Spaß hat das nicht gemacht“, sagte Straubinger. Betroffen waren Verträge, die seit mehr als zehn Jahren zuteilungsreif sind, von den Kunden aber nicht in Anspruch genommen worden waren. Für ihr angespartes Guthaben hatten die Kunden zum Teil mehr als 3,5 Prozent Zinsen erhalten. Aktuell sind es 0,25 Prozent.

Bausparkassen leiden derzeit massiv unter der aktuellen Zinsflaute. Sie müssen etlichen Kunden mit alten Verträgen noch vergleichsweise hohe Zinsen zahlen, erwirtschaften selbst aber kaum noch Rendite mit dem Geld. Dadurch geht der Gewinn immer weiter zurück.

Die LBS Bayern kündigte unter dem Druck sinkender Gewinne nun sogar erstmals in ihrer Geschichte einen Stellenabbau an. Bis zum Jahr 2016 sollen demnach 50 der derzeit 630 Arbeitsplätze gestrichen werden.

Die LBS Bayern ist nicht die einzige Bausparkasse, die sich von gut verzinsten Altverträgen trennt: Zuletzt kündigte etwa die Bausparkasse LBS West in Nordrhein-Westfalen 12 000 solcher Verträge. Diese waren demzufolge seit zehn Jahren zuteilungsreif, Kunden beantragten allerdings kein Darlehen. Ein Vertrag ist dann zuteilungsreif, wenn das Mindestbausparguthaben erreicht ist und Kunden sich theoretisch das restliche nötige Geld für ihr Eigenheim leihen können. Die Bausparkasse Wüstenrot hat bereits Tausenden Kunden mit alten Verträgen gekündigt, deren Angespartes die Bausparsumme überstiegen hatte.

Die Geschichte hat nämlich auch eine andere Seite: Zahlreiche Kunden sparen offensichtlich gar nicht mehr auf ein Eigenheim, sondern wollen ihr Geld dank der hohen Zinsen lediglich weiter vermehren.

Die Finanzaufsicht Bafin will die Bausparkassen der „Wirtschaftswoche“ zufolge daher stärker vor belastenden Altverträgen schützen. Demnach wirbt die Bafin im Bundesfinanzministerium dafür, das Bausparkassengesetz so zu ändern, dass Altsparern leichter gekündigt werden kann. Bei der Finanzaufsicht wollte man die Informationen am Montag nicht kommentieren, betonte allerdings, Bausparkassen keineswegs zu Kündigungen zu drängen.

Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble schrecke vor einer solchen „Generalermächtigung“ zurück, berichtet das Magazin. Das Ministerium befürchte, dass so das Vertrauen in den Bausparvertrag Schaden nehmen könne. Aktuelle Pläne zu einer Gesetzesänderung gebe es nicht, sagte eine Sprecherin der Behörde am Montag.

dpa

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