Lebensmittelhandel: Weniger Geschäfte – mehr Umsatz

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Auch für 2013 erwartet der Lebensmitteleinzelhandel im Freistaat Umsatzsteigerungen

München - Im vergangenen Jahr hat der bayerische Lebensmittelhandel einen steigenden Umsatz verzeichnet. Hier erfahren Sie, welche Supermärkte - unter anderem von der Schlecker-Pleite - am meisten profitiert haben.

Beim Essen und Trinken haben viele Bayern auch im Vorjahr nicht gespart. Für den Lebensmitteleinzelhandel ein Grund zur Freude: 2012 stiegen die Umsätze um drei Prozent auf 24,4 Milliarden Euro. Für 2013 rechnet Hans Jürgen Bönsch, Vizepräsident des Handelsverbandes Bayern (HBE), auch mit Zuwachs. Fragen und Antworten zu der am Montag vorgestellten Bilanz:

Wer hat vom Zuwachs am meisten profitiert? „Auf der Gewinnerseite waren 2012 erneut die klassischen Supermärkte, wie Edeka und Rewe, mit einer Fläche ab 1000 Quadratmetern. Aber auch die Discounter haben trotz Sättigungszeichen leicht zugelegt“, sagt Bönsch. Profitiert hat der Handel auch von der Schlecker-Pleite. Ein Drittel des Schlecker-Umsatzes ging an den Einzelhandel.

Wer sind die Verlierer? Kleine Supermärkte bis zu 400 Quadratmetern Verkaufsfläche sowie SB- Kaufhäuser mit hohen Nicht- Lebensmittelanteilen.

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Was hat das für Folgen? Das Sterben der kleinen Supermärkte hält weiter an. Durch die Schlecker-Pleite ist außerdem in kleinen Orten oft der einzige Nahversorger verloren gegangen. Bönsch: „Dies ist eine dramatische Entwicklung.“ In Bayern ist die Zahl der Lebensmittelgeschäfte mittlerweile auf 9000 gesunken. HBE-Sprecher Bernd Ohlmann; „2003 waren es 1000 mehr. 70 Prozent aller Dörfer haben keinen Lebensmittelhändler mehr.“

Gibt es Abhilfe? Bayernweit gibt es mittlerweile mehr als 100 oft genossenschaftlich organisierte Nachbarschaftsläden.

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Welche Konsequenzen muss die Politik ziehen? HBE-Vize Bönsch: „Eine gute Nahversorgung ist ein wichtiges Stück Lebensqualität. Gefordert ist die Politik. Wer vor den Toren unserer Städte ohne Rücksicht auf den bestehenden Handel großflächige Fachmärkte aus dem Boden stampft, darf sich nicht wundern, wenn der gewachseneEinzelhandel unter Druck gerät.“ Der HBE-Funktionär lehnt deshalb auch den Landesentwicklungsplan (LEP) der Staatsregierunng ab. Bönsch: „Die landesplanerischen Vorschriften dürfen nicht weiter ausgehöhlt werden, Wir brauchen im LEP wirksame Regelungen, die dafür sorgen, dass unsere Ortskerne lebendig bleiben.“

Welche Trends gibt es sonst? Bio-Produkte sind weiter auf dem Vormarsch. Ihr Anteil am Umsatz beträgt mittlerweile knapp fünf Prozent (s. u.).

Karl-Heinz Dix

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