Lufthansa plant deutlichen Stellenabbau

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Finanzielle Turbulenzen machen der Lufthansa zu schaffen: Jetzt sollen unter anderem mit einem deutlichen Peronalabbau Kosten eingespart werden.

Frankfurt/Main - Mit einem deutlichen Stellenabbau will die Lufthansa aus ihren Turbulenzen fliegen und einen Absturz in die roten Zahlen verhindern.

In einem Brief an die Mitarbeiter stimmte Vizevorstandschef Christoph Franz die Belegschaft auf “schmerzhafte Entscheidungen“ ein. In der Verwaltung der Passagiersparte soll jede fünfte der derzeit etwa 2000 Stellen wegfallen. Auch die Bestellung von Flugzeugen werde auf den Prüfstand gestellt. Betriebsbedingte Kündigungen seien derzeit allerdings nicht geplant, sagte eine Lufthansa-Sprecherin am Donnerstag.

Die Lufthansa will das Ergebnis im Passagierbereich bis Ende 2011 um eine Milliarde Euro im Jahr verbessern, vor allem durch Kosteneinsparungen. Lufthansa-Vize Franz, der als wahrscheinlicher Nachfolger von Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber gilt, schrieb an die Mitarbeiter, die wichtigste Lufthansa-Sparte verdiene im laufenden Jahr nicht einmal mehr ihre eigenen Kosten. “Im Gegenteil, wir haben in den ersten drei Monaten ohne Berücksichtigung von Sondereffekten bereits Verluste geschrieben.“

Dieser Negativtrend aus dem ersten Quartal setze sich auch bei den Halbjahreszahlen fort, die am 30. Juli veröffentlicht werden sollen. “Und bei unveränderten Marktbedingungen werden sich unsere Verluste - insbesondere durch den Anstieg der Treibstoffkosten - im kommenden Jahr noch deutlich ausweiten“, erklärte Franz.

Die Durchschnittserlöse je Passagier gingen stärker zurück als die Zahl der Fluggäste. “Diese Situation zwingt uns zum Handeln“, schrieb Franz. Die bisher umgesetzten Krisenmaßnahmen reichten nicht aus. “Wir müssen jetzt noch entschlossener gegensteuern.“

Die Wirtschaftskrise sei nicht die Ursache der schwierigen Situation, “sie macht nur schonungslos deutlich, wo unsere Schwächen im Wettbewerb liegen.“ Viele Wettbewerber produzierten zu deutlich günstigeren Kosten als die Lufthansa und könnten mit günstigen Preisen wichtige Kundengruppen abwerben.

Die Lufthansa will nach den Worten von Franz auch ihre Flugzeugbestellungen unter die Lupe nehmen. So müsse der Zeitplan für die Auslieferungen ab dem kommenden Jahr infrage gestellt werden, schreibt Franz. Grund dafür seien die rückläufigen flüssigen Geldmittel aus dem operativen Geschäft.

In den Jahren 2008 bis 2014 hat die Lufthansa-Passagiersparte den Angaben zufolge insgesamt 160 neue Flieger mit einem Gesamt-Listenpreis von 16 Milliarden Euro zu finanzieren. Aufgrund der üblichen hohen Rabatte beim Flugzeugkauf sind die Listenpreise aber nicht mit den tatsächlichen Kosten gleichzusetzen.

Wie genau die Lufthansa ihre Kosten im Passagiergeschäft senken will, schrieb Franz nicht. Neben dem geplanten Stellenabbau kündigte er an, dass die Lieferanten “innerhalb und außerhalb des Konzerns“ ihren Beitrag leisten müssten. Über die konkreten Maßnahmen werde derzeit im Passage-Vorstand beraten. Die Ergebnisse sollten in den kommenden Wochen vorgestellt und “mit Verantwortungsbewusstsein und Augenmaß“ umgesetzt werden.

dpa

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