Neue Internetseite freigeschaltet

Lustreisen: Ergo veröffentlicht Details

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Hinter der nackten Frauenskulptur "Aurora" von Arno Breker im Ehrenhof in Düsseldorf ist die Zentrale der Ergo-Versicherung zu sehen.

Berlin - Die Ergo-Versicherungsgruppe will das Vertrauen der Kunden zurückgewinnen. Dazu schaltete der Konzern nun eine Internetseite frei, in der alle Verfehlungen aufgelistet werden.

Hier geht´s zur neuen Internetseite von Ergo

Auf der Homepage von Ergo befindet sich die neue Internetseite "Fehlverhalten" unter dem Navigationspunkt "Transparenz".  Hier will der Vorstandsvorsitzende Torsten Oletzky alle geprüften Vorfälle offenlegen. Die Seite ist seit Sonntag abrufbar.

Die Ergebnisse wurde in die  Kategorien "Fehlverhalten" und  "Sonstige Auffälligkeiten" unterteilt. Wie das Unternehmen angibt, wird unter der Kategorie "Sonstige Auffälligkeiten" insbesondere die Frage des verantwortlichen Umgangs mit Unternehmensmitteln behandelt. 

Bekannte Shitstorm-Fälle

Facebook und Twitter bieten Unternehmen eine Plattform, um mit Kunden ins Gespräch zu kommen. Manchmal geht das gehörig schief: Dann braut sich ein Sturm der Empörung zusammen, im Netzjargon Shitstorm genannt. Glück im Unglück ist, wenn das Image nicht drunter leidet. © dpa
DELL: Einen der ersten Shitstorms löste der amerikanische Blogger und Journalismus-Dozent Jeff Jarvis 2005 aus. Er postete seinen Frust über den Kundenservice und die Produkte des Computerherstellers Dell - andere Nutzer schlossen sich an. Über die „Dell Hell“ (Dell-Hölle) berichteten auch zahlreiche Medien. © dpa
NESTLÉ: Die Umweltschutzorganisation Greenpeace startete 2010 eine Kampagne gegen den Schokoriegel Kitkat. Der Vorwurf: Durch die Nutzung von Palmöl werde der Regenwald und damit der Lebensraum der Oran-Utans zerstört. Das Schock-Video der Umweltschützer verbreitete sich rasant. Hersteller Nestlé ließ den Clip und die vielen Kommentare aus dem Netz löschen. Die Reaktionen darauf waren noch heftiger. © dpa
O2: Ein Blogger beschwerte sich 2011 wegen Netzproblemen bei dem Unternehmen - und bekam die Antwort, es handele sich um einen Einzelfall. Daraufhin startete er die Aktion „Wir sind Einzelfall“. Tausende Betroffene meldeten sich. O2 gestand bald ein, dass es nicht nur Einzelfälle gab und versprach, sein Netz auszubauen. © dpa
SCHLECKER: 2011 geriet ein Brief des mittlerweile insolventen Unternehmens an die Öffentlichkeit, in dem es seinen neuen Slogan „For You. Vor Ort.“ mit dem „niedrigen bis mittleren Bildungsniveau der Zielgruppe“ verteidigte. Auf Facebook, Twitter und im Blog der Firma reagierten die Nutzer empört. © dpa
ING DIBA: Nach einem Werbespot, in dem Basketballer Dirk Nowitzki eine Scheibe Wurst verspeist, fluteten Vegetarier und Veganer Anfang 2012 die Facebook-Seite der Bank. Nach einer Weile schloss das Unternehmen die Diskussion und ließ keine neuen Kommentare zu dem Thema mehr zu. © dpa
PRIL: Der Henkel-Konzern wollte 2011 im Netz das Design für eine limitierte Edition seines Spülmittels Pril bestimmen lassen. Das Unternehmen fand den Favoriten der Nutzer mit einem Grillhähnchen auf dem Etikett wohl unpassend und ließ eine Jury die beiden Designs mit den wenigsten Stimmen aus den Top 10 auswählen. Die Teilnehmer fühlten sich verschaukelt und machten ihrem Ärger im Internet Luft. © dpa
DEUTSCHE BAHN: Quer durch Deutschland für 25 Euro - mit einem solchen Sparangebot wollte die Deutsche Bahn im Oktober 2010 die Nutzer auf ihre Facebook-Seite locken. Doch viele kamen nicht wegen des „Cheftickets“, sondern um ihrem Ärger über verspätete Züge insbesondere nach einem stundenlangen Streik sowie das Bauprojekt Stuttgart 21 Luft zu machen. Darauf war die Bahn nicht vorbereitet, viele Kommentare blieben unbeantwortet. Im Sozialen Netzwerk braute sich ein Shitstorm zusammen, ein unkontrollierter Sturm aus Wut und Empörung. © dpa

In einem Interview mit der Nachrichtenagentur dpa kündigte Oletzky weitere Änderungen im Anreizsystem für die Vertriebsmitarbeiter an. So sollen Reisen nur noch in Europa und mit Ehepartner angeboten werden.

Das Unternehmen war 2011 in die Kritik geraten, als bekannt wurde, dass die Tochter Hamburg-Mannheimer Versicherungsvertreter zu einer Sex-Party nach Budapest eingeladen hatte. Im August 2012 wurden weitere Lustreisen bekannt.

dpa

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