Billigbus mischt Markt auf

Preis-Wahnsinn: Von München nach Köln für 1,50 Euro

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Das britische Unternehmen Megabus mischt den deutschen Fernbusmarkt auf.

München - Wenn der Kaffee zum Mitnehmen teurer ist als die ganze Reise: Mit Billig-Tickets ab 1,50 Euro will der britische Fernbusanbieter Megabus den deutschen Markt aufmischen.

Am Mittwoch nahm das Unternehmen eine neue Strecke von München über Nürnberg, Leipzig, Berlin, Hannover und Dortmund nach Köln in Betrieb. Insgesamt steuert Megabus nun neun deutsche Großstädte an. In den ersten fünf Tagen nach dem Start koste jedes Ticket auf der neuen Verbindung einen Euro, dazu komme eine Buchungsgebühr von 50 Cent, wie das Unternehmen im schottischen Perth bekannt gab.

"Auch danach soll es auf allen Strecken wieder Plätze für einen Euro geben", erklärte Megabus. Der durchschnittliche Preis pro Fahrkarte für innerdeutsche Verbindungen liege derzeit bei "unter sieben Euro". Ticketpreise seien auch deshalb so günstig, weil Megabus auf Doppeldecker-Reisebusse mit bis zu 87 Plätzen setze.

Nach eigenen Angaben schafft das Unternehmen insgesamt 50 Arbeitsplätze in München und Hannover. "Wir freuen uns, dass wir dadurch neue Jobs schaffen und auch der Tourismus von unserem Streckennetz profitiert", erklärte Megabus-Direktor Edward Hodgson.

Christoph Gipp, Fernbusspezialist des Marktforschungsunternehmens Iges, ist überzeugt, dass es sich bei den extrem günstigen Preisen um ein "Angebot für den Markteinstieg" handelt. Megabus sei nicht der erste Anbieter, der mit Billig-Tickets am Anfang Kunden anlocken wolle. Der Mix zwischen Normal- und Angebotspreisen sei ein bekanntes Modell auf dem Fernbusmarkt. Derzeit koste ein Normalpreis-Ticket den Passagier durchschnittlich etwa neun Cent pro Kilometer, ein Angebots-Ticket liege im Schnitt bei rund vier Cent pro Kilometer.

Fernbusmarkt in Deutschland ist hart umkämpft

Der Fernbusmarkt in Deutschland ist hart umkämpft. Seit der Marktöffnung für Fernbusse sind die Preise nach Angaben von Iges um 14 Prozent gefallen. Anfang November meldete der Fernbus-Pionier DeinBus.de aufgrund des hohen Wettbewerbs und Kostendrucks Insolvenz an, er gilt inzwischen aber als gerettet. Ebenfalls im November zog sich der Automobilclub ADAC aus dem Markt zurück und stieg aus dem mit der Deutschen Post gegründeten Unternehmen ADAC Postbus aus. Auch City2City, ein Anbieter, dessen Zentrale sich wie bei Megabus in Großbritannien befindet, zog sich im vergangenen Jahr aus dem deutschen Markt zurück.

Den Markt in der Bundesrepublik dominiert MeinFernbus FlixBus. Der Fernbusgigant ging Anfang 2015 aus der Fusion von MeinFernbus mit FlixBus hervor und hat einen Marktanteil von rund 70 Prozent. Alleine schon um einem möglichen Monopol entgegenzuwirken, sei es aus "Kundensicht gut", dass mit Megabus ein weiterer Wettbewerber sein Engagement in Deutschland ausbaue, sagte Gipp.

AFP

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