Zweitreichster Chinese

Alibaba-Gründer: Milliardär Jack Ma nach Ermittlungen in China spurlos verschwunden

Von dem Tech-Milliardär und Alibaba-Gründer Jack Ma fehlt seit Monaten jede Spur.
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Von dem Tech-Milliardär und Alibaba-Gründer Jack Ma fehlt seit Monaten jede Spur.

Jack Ma wurde als Gründer des Internetriesen Alibaba reich. Nun ist der Milliardär und zweitreichste Mann Chinas auf rätselhafte Weise verschwunden.

Peking - Der chinesische Milliardär Jack Ma verdiente ein Vermögen mit seinem Internetkonzern Alibaba. Lange galt Ma als der reichste Chinese, wurde vergangenen September von Unternehmer Zhong Shanshan überholt. Und auch sonst war 2020 kein gutes Jahr für Jack Ma: Nach einem geplatzten Börsengang und Ermittlungen gegen Alibaba wurde es zuletzt still um den Milliardär.

Seit zwei Monaten wurde Jack Ma nicht mehr in der Öffentlichkeit gesehen. Um sein mysteriöses Verschwinden ranken sich bereits Gerüchte: Hat das Regime in Peking den Milliardär wie so viele unliebsame Unternehmer vor ihm aus dem Verkehr gezogen?

Chinas Kartellbehörde hatte an Weihnachten Ermittlungen gegen den chinesischen Internetriesen Alibaba eingeleitet. Wie die Behörde mitteilte, werde gegen den größten Onlinehändler des Landes wegen mutmaßlicher Monopol-Vergehen ermittelt. Dabei gehe es auch um Vorwürfe, wonach Alibaba Unternehmen dazu bringe, nur die eigene Plattform als exklusiven Vertriebskanal zu wählen.

Für Alibaba sind die Ermittlungen ein weiterer Rückschlag, nachdem das Unternehmen bereits in den vergangenen Wochen zunehmend ins Visier der chinesischen Behörden geraten war. 

Anfang November war der geplante Rekord-Börsengang der Alibaba-Finanztochter Ant Group nach einer Intervention der chinesischen Aufseher kurzfristig geplatzt. Die Shanghaier Börse hatte den Schritt damit begründet, dass sich das „aufsichtsrechtliche Umfeld“ bedeutend geändert habe. 

Die Absage des Börsengangs war von Berichten begleitet, wonach Alibaba-Gründer Jack Ma die chinesische Führung verärgert habe. So soll eine Rede des zweitreichsten Mannes Chinas nicht gut angekommen sein. Der Alibaba-Gründer, der sonst immer loyal zur Kommunistischen Partei steht, hatte darin scharfe Kritik an lokalen und globalen Regulierungsbehörden geübt.

Das Verschwinden von Jack Ma erinnerte an das Schicksal zahlreicher anderer einflussreicher Chinesen. Viele von ihnen galten zunächst vermisst, später kam heraus, dass sie längst verhaftet worden waren. So verschwand zum Beispiel Guo Guangchan, der als der „Warren Buffet Chinas“ galt 2015 für mehrere Tage. Grund waren Ermittlungen der Behörden.

Im Fall von Jack Ma scheint es vorerst Entwarnung zu geben. Der Milliardär habe sich bewusst zurückgezogen, sagte eine Person aus seinem Umfeld gegenüber dem Wirtschaftsnachrichten-Sender CNBC. (mit Material von dpa)

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