Mindestlohn: BA-Chef erwartet kaum Folgen für den Arbeitsmarkt

München - Die Einführung des Mindestlohns am 1. Januar wird nach Einschätzung der Bundesagentur für Arbeit (BA) insgesamt nur geringe Folgen für den Arbeitsmarkt haben.

„Ich glaube nicht, dass massenhaft Stellen verloren gehen“, sagte BA-Chef Frank-Jürgen Weise dem Nachrichtenmagazin „Focus“. Er räumte jedoch ein: „Ohne Mindestlohn hätten wir 2015 möglicherweise noch etwas weniger Arbeitslose.“ In Ostdeutschland und den Dienstleistungsbranchen würden Arbeitsplätze möglicherweise nicht mehr besetzt, weil die Firmen die Lohnerhöhung nur schwer an die Kunden weitergeben könnten. Konkrete Auswirkungen könne man aber erst in einigen Jahren benennen.

Probleme sieht Weise im Bereich der Minijobs, wo mit dem Mindestlohn künftig eine Maximalarbeitszeit von 53 Stunden im Monat gilt. Die Arbeitgeber müssten die vorhandene Arbeit unter Umständen auf mehr Schultern als bisher verteilen. „Es kann also in Bereichen, in denen es viele Minijobs gibt, etwa der Gastronomie, durch den Mindestlohn schon zu Problemen kommen“, sagte Weise.

dpa

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