Ausblick "negativ"

Moody's senkt Kreditwürdigkeit von Zypern

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Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit Zyperns herabgestuft.

London - Die Ratingagentur Moody's hat die Kreditwürdigkeit des Euro-Krisenlandes Zypern um gleich drei Noten gesenkt. Die Gründe dafür liegen im Bankensystem.

Die Bonitätsnote werde von bisher „Ba3“ auf „B3“ gesenkt, teilte Moody's am Montagabend in London mit. Damit sind die Anleihen des Landes eine hochspekulative Anlage. Die Note liegt nun sechs Stufen unter dem sogenannten Ramschniveau. Zudem bleibt der Ausblick für das Rating „negativ“. Es droht also eine weitere Herabstufung.

Was machen Ratingagenturen eigentlich genau?

Ratingagenturen bewerten die Kreditwürdigkeit von Unternehmen, Banken oder Staaten und sind damit äußerst einflussreiche, aber auch umstrittene Akteure auf dem Finanzmarkt. © dpa
In ihr Urteil fließen veröffentlichte Zahlen ebenso ein wie Brancheneinschätzungen. Die weltweit bedeutendsten Ratingagenturen sind: Standard & Poor's (S&P), Moody's und Fitch. © dapd
Für ihre Einstufungen verwenden die Agenturen Buchstabencodes. Die Skala beginnt bei Standard & Poor's und Fitch etwa mit der Bestnote AAA (Englisch: “Triple A“). Moody's nutzt dieselben Bezeichnungen, schreibt sie aber anders (Aaa). Es folgen AA, A, BBB, BB, B, CCC, CC, C. Die meisten Stufen können mit Plus- und Minuszeichen noch feiner unterteilt werden. © dpa
Ab BB+ beginnt der spekulative Bereich, der auch “Ramsch“ (englisch: Junk) genannt wird. Die Skala reicht bis D, das bedeutet, dass ein Ausfall des Schuldners, also die Pleite, eingetreten ist. Eine mögliche Änderung des Ratings kündigen die Agenturen in aller Regel über den Ausblick “positiv“, “stabil“ und “negativ“ an. © dpa
Je schlechter die Ratingagenturen die Bonität eines Schuldners beurteilen, desto teurer und schwieriger wird es für diesen, sich Geld zu besorgen. Die Refinanzierungskosten steigen, schlimmstenfalls ziehen Geldgeber ihr Kapital ab. © dpa
Am Rating orientieren sich nicht nur Banken, sondern auch andere Investoren. Zuletzt haben Staaten aber trotz einer Herabstufung günstiger Geld bekommen. © dpa
Die Agenturen sind umstritten. Weil sie vor der Finanzkrise Ramschpapiere als sichere Geldanlage anpriesen, wurde ihnen eine Mitschuld an der Krise gegeben. © dapd
In der Euro-Schuldenkrise gerieten sie wieder in die Kritik: Politiker warfen ihnen vor, die Bonität hoch verschuldeter Euro-Länder trotz milliardenschwerer Hilfspakete auf Ramschstatus abgewertet und damit die Krise weiter verschärft zu haben. © dpa

Moody's begründet die Entscheidung mit den großen Problemen im Bankensystem des Landes. Verantwortlich dafür sei die Verschlechterung der Lage in Griechenland und Zypern. Das Bankensystem und die Wirtschaft der Mittelmeerinsel sind eng mit Griechenland verflochten. Die Regierung müsse wahrscheinlich die Banken finanziell unterstützen. Dies würde den Schuldenstand des Landes weiter erhöhen, erwartet Moody's.

Zudem dürften die Probleme des Bankensystems zu einer Einschränkung der Kreditvergabe führen, welche das Wachstumspotenzial des Landes stark beschränken dürfte. Zudem sollte so die wirtschaftliche und institutionelle Schwäche des Landes verstärkt werden. Den negativen Ausblick begründete Moody's mit der noch nicht erfolgten Einigung mit den internationalen Geldgebern auf die Bedingungen für ein Hilfsprogramm.

dpa

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