Aussage vor Gericht

Dieselprozess: Ex-Audi-Chef Rupert Stadler belastet Motorenentwickler schwer

Rupert Stadler vor Gericht
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Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler hat nun im Dieselprozess erstmals persönlich ausgesagt.

Der ehemalige Audi-Chef Rupert Stadler sieht sich im Dieselprozess zu unrecht vorgeführt. Und er behauptet: Seine Motorenentwickler hätten ihn hinters Licht geführt.

München – Mehr als elf Jahre war er der „Herr der Ringe“, führte den Ingolstädter Autobauer Audi zu Rekordzahlen – und lange galt er sogar als der sichere Nachfolger von Martin Winterkorn (73) auf dem Chefsessel des riesigen VW-Konzerns. Doch der Dieselskandal ließ die Karriere von Rupert Stadler (57) als Chef der Ingolstädter VW-Tochter abrupt enden. Vier Monate verbrachte der Top-Manager wegen des Vorwurfs der Verdunkelungsgefahr sogar in Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Augsburg-Gablingen. Im Prozess um manipulierte Dieselabgaswerte vor dem Landgericht München hat der Ex-Audi-Chef nun zum ersten Mal persönlich ausgesagt.

Dabei erhob Rupert Stadler schwere Vorwürfe gegen die Münchner Staatsanwaltschaft und gegen ehemalige Audi-Motorenentwickler, wie 24auto.de berichtet. Im Kreise der Motorenentwickler habe es an Unrechtsbewusstsein gefehlt. „Tarnen und Täuschen war lange Teil einer Arbeits-, vielleicht auch einer Angstkultur“, kritisierte Rupert Stadler. Wenn sie schon im Herbst 2015 „die Hosen runtergelassen“ und ihr Wissen offenbart hätten, wäre Audi vieles erspart geblieben. Doch trotz Absetzung ihrer Chefs, eines Amnestie-Programms und Aufrufen zur Aufklärung hätten die Techniker leider weiter geschwiegen. Verärgert zeigte sich Rupert Stadler über den Umgang der Münchner Staatsanwaltschaft mit seiner Person. „Die Staatsanwaltschaft hat nicht das Recht, mich bewusst schlechter als andere Verfahrensteilnehmer zu behandeln.“ Er erwarte eine „faire und absolut neutrale Behandlung“, forderte der Ex-Audi-Chef. *24auto.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks

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