Zukunft im Blick

Münchner Halbleiterhersteller Infineon forscht im Silicon Valley

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Infineon-Chef Reinhard Ploss ist davon überzeugt, dass die Zukunft im amerikanischen Silicon Valley gemacht wird.

München - Ans Tippen und wischen auf glatten Oberflächen haben wir uns ja mittlerweile gewöhnt – doch wenn man dem Münchner Halbleiterhersteller Infineon glauben darf, gehört die Zukunft einer völlig neuartigen Technologie: Der Gestensteuerung.

Im kalifornischen Silicon Valley arbeitet der Münchner Dax-Konzern gemeinsam mit dem Branchen-Riesen Google daran, diese Steuerung möglich zu machen. In der vergangenen Woche haben die beiden Konzerne ein Abkommen geschlossen, mit dem die Zusammenarbeit noch vertieft werden soll.

Es klingt zunächst verwirrend: Durch bloße Bewegungen sollen Nutzer künftig elekronische Geräte steuern können – die Zeit, in der man zum Betrieb eines Fernsehers gleich mehrere Fernbedienungen mit anfälligen Knöpfen benötigte, scheint also bald der Vergangenheit anzugehören. Möglich soll dies mit einer neuen Radartechnologie werden – Herzstück ist ein Chip, den Infineon liefert. „Jetzt ist die Frage, wie wir daraus eine Gestensteuerung entwickeln“, sagt Infeneon-Chef Reinhard Ploss dem Münchner Merkur.

Auch für die Industrie ist die Technologie interessant. „Der Arbeiter könnte die Hand ausstrecken. Der Roboter würde diese Geste verstehen und dem Arbeiter die benötigte Schraube in die ausgestreckte Hand reichen. Dadurch könnte sich der Mensch auf die anspruchsvolleren Tätigkeiten konzentrieren“, erklärt Ploss dem BR.

Im Silicon Valley, wo die Innovationen der Zukunft erdacht werden, ist Infineon fest verankert. Zu den Kunden gehören der Computerhersteller HP, Microsoft und der Elektroauto-Vorreiter Tesla. Für Ploss ist es selbstverständlich, in Kalifornien präsent zu sein: „Viele große Konzerne treffen hier ihre Schlüsselentscheidungen“, sagt er im Münchner Merkur. Aber passt ein Dax-Konzern überhaupt ins Silicon Valley? Ja, meint Ploss: „Wenn man unsere Historie betrachtet, sieht mann, dass wir uns immer sehr stark verändern und anpassen mussten, um erfolgreich zu sein – manchmal sogar, um zu überleben. Diese Fähigkeit passt sehr gut zum Silicon Valley. Hier sind die Menschen im Aufbruch. Unsere DNA ist da nicht weit weg.“

tz

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