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Munich Re dämpft Erwartungen

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Nikolaus von Bomhard, Vorstandsvorsitzender der Muechener Rueck-Gruppe.

München - Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re fährt auch dank der Börsenerholung und einer glimpflichen Hurrikan-Saison wieder kräftige Gewinne ein.

Seine Erwartungen für das Gesamtjahr dämpfte der Konzern aber am Donnerstag in München. Statt der bisher angepeilten 2,5 Milliarden Euro nannte das Unternehmen eine Spanne von 2,2 bis 2,5 Milliarden Euro als Gewinnziel. “Markenzeichen der Munich Re ist, dass wir nur Realistisches anstreben wollen“, sagte Finanzvorstand Jörg Schneider in einer Telefon-Konferenz. Zum einen mache das niedrige Zinsniveau die Renditeziele schwerer erreichbar, zum anderen stehe die Herbst- und Wintersturm-Saison mit möglichen Schadenbelastungen erst noch bevor.

Auch die Erstversicherungstochter Ergo schwächelt. Im dritten Quartal verdiente die Munich Re wieder 644 Millionen Euro, nach einem Verlust von drei Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Damit blieb das Unternehmen aber deutlich unter den Erwartungen von Analysten. Dies sei aber auf einen einmaligen Steuereffekt zurückzuführen, sagte Schneider. Für das kommende Jahr hält er erneut einen Gewinn von zwei Milliarden Euro oder mehr für möglich, könne dies aber wegen der unsicheren Rahmenbedingungen “nicht versprechen“. Die Aktien des Unternehmens rutschten am Morgen in die Verlustzone und notierten am Nachmittag zeitweise um gut ein Prozent im Minus bei rund 106 Euro. Anfang August hatte Schneider noch erklärt, dass er einen Überschuss von gut 2,5 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2009 für erreichbar halte, das wäre eine Milliarde Euro mehr als im Vorjahr, als die Lehman-Pleite für Schockwellen in der Finanzwelt gesorgt hatte.

Die Erholung an den weltweiten Börsen ließ im dritten Quartal vor allem das Kapitalanlageergebnis der Munich Re in die Höhe schnellen von 662 Millionen im Vorjahreszeitraum auf gut 2,2 Milliarden Euro. Die gebuchten Bruttobeiträge kletterten auch wegen der Übernahme der früheren AIG-Tochter Hartford Steam Boiler um rund 12 Prozent auf knapp 10,4 Milliarden Euro. In der Rückversicherung profitierte das Unternehmen von einer niedrigen Belastungen durch Großschäden, vor allem aus Naturkatastrophen. Zwischen Juli und September hatte der Konzern lediglich Schäden von knapp 100 Millionen Euro zu tragen, davon entfielen etwa drei Viertel auf den Sturm “Xystus“ in Mitteleuropa. Das operative Ergebnis in der Rückversicherung kletterte so von 147 Millionen Euro im Vorjahr auf 991 Millionen Euro.

Dagegen blieb die Erstversicherungstochter Ergo (unter anderem Hamburg-Mannheimer, Victoria) mit einem operativen Ergebnis von 226 Millionen Euro um knapp sechs Prozent unter dem Vorjahresniveau. Das mittelfristige Gewinnziel für die Tochter hat die Munich Re mittlerweile gekippt. Die angepeilten 900 Millionen Euro bis 2012 seien nicht mehr realistisch. In der Kredit- und Kautionsversicherung machte sich weiter die Wirtschaftskrise bemerkbar. Die Belastungen beliefen sich hier seit Jahresbeginn auf 343 Millionen Euro - bis zur Jahresmitte waren es noch 217 Millionen Euro gewesen. Insgesamt sei das Unternehmen bisher gut durch die Finanz- und Wirtschaftskrise gekommen, sagte Schneider.

Daher habe man auch das zeitweise ausgesetzte Aktienrückkaufprogramm wieder aufnehmen können. Bis Ende Oktober seien Aktien in einem Gesamtwert von rund 176 Millionen Euro zurückgekauft worden, bis zur nächsten Hauptversammlung am 28. April 2010 soll es eine Milliarde Euro sein. Angelaufen war das Aktienrückkaufprogramm im November 2006, seither hat das Unternehmen Rückkäufe im Volumen von rund vier Milliarden Euro getätigt.

dpa

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