Munich Re macht im ersten Quartal Verlust

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Der Vorstandsvorsitzende der Münchener Rück, Nikolaus von Bomhard, vor der Hauptversammlung der Münchner Rück AG.

München - Knapp sechs Wochen nach der Erdbebenkatastrophe in Japan werden die wirtschaftlichen Folgen immer deutlicher. Der Rückversicherer Munich Re wird das erste Quartal mit Verlust abschließen.

Der weltgrößte Rückversicherer Munich Re ist vor allem auf Grund des verheerenden Erdbebens und des Tsunami in Japan mit einem Minus in das Geschäftsjahr 2011 gestartet. "Duch die Schäden aus Naturkatastrophen wird das Ergebnis für das erste Quartal deutlich negativ ausfallen", sagte der Vorstandsvorsitzende Nikolaus von Bomhard am Mittwoch in München zum Auftakt der Hauptversammlung. Für das Gesamtjahr setzte sich von Bomhard jedoch das Ziel, einen Gewinn auszuweisen.

Die genauen Zahlen über den Geschäftsverlauf der ersten drei Monate 2011 wird das Unternehmen am 9. Mai bekanntgeben. Klar ist jedoch bereits: Mit einer Schadensbelastung von rund 2,7 Milliarden Euro, wie sie Munich Re am Mittwoch bezifferte, ist ein positives Ergebnis im ersten Quartal nicht zu erreichen.

Allein die Schäden aus Erdbeben und Tsunami in Japan kommen Munich Re mit vorläufig geschätzten 1,5 Milliarden Euro fast so teuer wie die bei dem Konzern rückversicherten Schäden aus Naturkatastrophen für das gesamte Jahr 2010. Die Überschwemmungen und Erdbeben zu Jahresbeginnn in Australien und Neuseeland schlugen mit weiteren rund 1,1 Milliarden Euro zu Buche. Dazu kommen weitere kleinere Schäden. Bereits im März hatte Munich Re unter dem Eindruck der Ereignisse das ursprünglich angepeilte Gewinnziel von 2,4 Milliarden Euro für dieses Jahr aufgegeben. Ein weiteres Aktienrückkaufprogramm, das nach der Hauptversammlung starten sollte, wurde aufgeschoben.

Die Enttäuschung der Anleger darüber wurde womöglich durch die Ankündigung Bomhards gedämpft, trotz der kostspieligen Katastrophen in Japan eine auf 6,25 Euro je Aktie erhöhte Dividende zu zahlen. Die Kritik bei der Hauptversammlung bezog sich vor allem auf den statischen Kurs der Aktie. An der Börse gaben Papiere von Munich Re am Morgen kurz schockartig nach, stiegen aber bis Mittag erneut um gut einen Prozent auf 114,65 Euro.

Munich Re übernimmt Risiken, die Erstversicherern als zu groß erscheinen. Gerade die Schäden aus Naturkatastrophen sind in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Bereits 2010 zehrten sie elf Prozent der verdienten Nettoprämien auf. Im langjährigen Durchschnitt waren es lediglich 6,5 Prozent. Die Modellberechnungen würden aktualisiert, eine Infragestellung des Geschäftsmodells sei jedoch nicht nötig, sagte von Bomhard.

Zu kämpfen hat auch die Konzerntochter Ergo. Der Erstversicherer musste im weltweiten Schaden-Unfall-Geschäft erneut Belastungen verkraften, wie von Bomhard sagte. Bereits im vergangenen Jahr hatten die Beitragseinnahmen in dem Segment nicht ausgereicht, um die Kosten für Schäden und Verwaltung zu decken. Im Gesamtjahr soll das Geschäft jedoch besser laufen, hieß es.

"Für das laufende Geschäftsjahr steht heute schon fest, dass es uns finanziell mehr fordern wird als die drei Vorjahre", räumte von Bomhard ein. Für die verbleibenden drei Quartale ist der Vorstandsvorsitzende dennoch optimistisch. "Wir erwarten weiter, das Jahr 2011 mit Gewinn abzuschließen", sagte er. Bei den anstehenden Neuverhandlungen über Rückversicherungen für Naturkatastrophen in Japan und in anderen asiatischen Ländern erwartet die Konzernführung erhebliche Preisaufschläge.

dpa

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