Ernährungsindustrie schlägt Alarm

4,1%: Nahrungsmittel werden immer teurer

München - Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke mussten die deutschen Verbraucher bis August 2013 genau 4,1 Prozent mehr Geld ausgeben als im Vorjahreszeitraum. Jetzt schlägt die Ernährungsindustrie Alarm.

Wer schon läner das Gefühl hatte, dass die Lebensmitteleinkäufe immer mehr Geld verschlingen, hat es jetzt schwarz auf weiß! Für Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke mussten die deutschen Verbraucher bis August 2013 genau 4,1 Prozent mehr Geld ausgeben als im Vorjahreszeitraum. Das geht aus Unterlagen hervor, die die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) jetzt veröffentlichte.

BVE-Hauptgeschäftsführer Christoph Minhoff: „Wegen hoher Rohstoff- und Produktionskosten wird es auch künftig nicht günstiger werden, sondern das Preisniveau eher bleiben, wenn nicht steigen.“ Überdurchschnittlich teurer wurden beispielsweise Molkereiprodukte, Obst und Gemüse (siehe Tabelle unten).

„Vermutlich hat der kalte Winter die Nahrungsmittelpreise weiter nach oben getrieben. Hinzu kommen die Hochwasser in Teilen Deutschlands“, erklärt Christian Schulz, Ökonom der Berenberg Bank. Auch Missernten und Schwankungen am Weltmarkt dürften eine Rolle spielen.

Nach Ansicht des BVE sind übrigens Lebensmittel aus Deutschland im Ausland zunehmend begehrt, die Exporte haben sich in den vergangenen zehn Jahren verdoppelt. Der Appetit auf Fleisch, Fleischwaren, Milchprodukte oder Süßigkeiten „made in Germany“ wachse deutlich in Russland, den USA, in der Schweiz und China.

Trotz der Preissteigerungen wachsen die Ansprüche der Verbraucher. Diese seien auch bereit, mehr für Lebensmittel auszugeben, sagte Minhoff. Mit 170.000 Produkten gab es nie zuvor ein derart vielfältiges Lebensmittelangebot.

Was teurer wurde:

Produkt Prozent
Kartoffeln 39,7
Butter 32,8
Zwiebeln 22,6
Frischmilch 18,3
Äpfel 18,7
Sahne 13,8
Paprika 11,9
Birnen 11,1
Bananen 8,4
Blumenkohl 8,2
Eier 6,8
Apfelsaft 6,7
Hackfleisch 6,1
frisches Geflügel 5,9
Wurstaufschnitt 5,6
Rinderlende 4,7
Nudelfertiggericht 3,1
Schokolade 2,8
*Erhöhung 8/2012 zu 8/2013 in Prozent, Quelle: Statistisches Bundesamt

DL

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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