Neuer BayernLB-Chef Häusler: Milliardenjob für 500 000 Euro

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Gerd Häusler wird voraussichtlich der neue Chef der BayernLB.

München - Wenige Jahre vor dem Ruhestand stürzt sich der ehemalige Direktor des Internationalen Währungsfonds Gerd Häusler in das größte Abenteuer seiner Karriere. Er soll Chef der BayernLB werden.

Häusler will einen der schwierigsten Jobs übernehmen, der in der deutschen Bankenlandschaft zurzeit zu vergeben ist: Chef der BayernLB. Der 58-Jährige muss es schaffen, die zweitgrößte deutsche Landesbank nach ihrem rasanten Absturz mit Milliardenverlusten wieder aufzurichten und den Steuerzahlern keine weiteren Belastungen zuzumuten. Das alles für einen - für Bank-Verhältnisse bescheidenen - Jahreslohn von 500 000 Euro und unter den Augen der bayerischen Staatsregierung, die sich keine weiteren Katastrophen bei der BayernLB mehr leisten kann.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Eine Milliarde - wieviel ist das? © 
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AMEISEN: Auf einem Ameisenhügel tummeln sich im Schnitt eine Million fleißige Insekten. © dpa
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Tausend Haufen ergeben also eine Milliarde Ameisen. © 
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LOTTO: Angenommen, Sie würden jede Woche eine Million Euro im Lotto gewinnen ... © dpa
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Sie bräuchten 19 Jahre und 12 Wochen, um die Gewinnsumme von insgesamt einer Milliarde Euro zu erreichen. © dpa
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ERDE: Wie sah es vor einer Milliarde Jahren auf der Erde aus? Unser Planet hat schon etwa 3,5 Milliarden Jahre auf dem Buckel. © dpa
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Es gibt bereits Meere und Land. Die Sonne hat noch nicht die volle Leistung errreicht, doch sind alle Bedingungen für die Entstehung des Lebens erfüllt. Erste primitive Lebewesen entstehen. © dpa
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SONNE: Und wie ist die Lage in einer Milliarde Jahren auf der Erde? Die Leuchtkraft der Sonne nimmt zu, deshalb wird es auf unserem Globus so heiß, dass die Ozeane zu kochen beginnen. © dpa
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Die letzte Phase der belebten Erde wird eingeläutet! Vier Milliarden Jahre später bläht sich die Sonne zum Riesenstern auf und ein Ozean aus Lava bildet sich auf der Erde, der alle Zeugnisse einstigen Lebens vernichten wird. © dpa
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SPERMIEN: Um eine Milliarde Spermien zu produzieren, muss ein Mann nur 3,5 Mal zum Samenerguss kommen! © dpa
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Im Durchschnitt enthält ein männliches Ejakulat nämlich 300 Millionen Spermien. © dpa
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GELDSCHEINE: Nimmt man 100-Euro-Scheine und stapelt die Summe von einer Milliarde übereinander ergäbe dies eine Höhe von einem Kilometer. © dpa
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Eine Milliarde Euro in 500-Euro-Scheinen würden 2,4 Tonnen wiegen – etwa so viel wie eine afrikanische Elefantendame. Stapelt man sie als Zwei-Euro-Stücke übereinander, müsste man einen 975 Kilometer hohen Turm bauen. © dpa
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HAARE: Jeder Mensch hat durchschnittlich 100 000 Haare auf dem Kopf. Man bräuchte also eine Ansammlung von 10 000 Leuten um eine Milliarde Kopfhaare zusammenzubekommen ... © dpa
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... vorausgesetzt, alle haben welche! © dpa
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BÄUME: Ein Achtel der Wälder in Deutschland – das ergibt eine Milliarde Bäume. © dpa
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Laut Bundeswaldinventur gibt es insgesamt 8,7 Milliarden Bäume. © dpa
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WANDERHEUSCHRECKEN: Regelmäßig suchen Schwärme von Wanderheuschrecken den Norden Afrikas heim. © dpa
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Bei der Heuschreckenplage von 1988 bestanden die Schwärme zum Teil aus bis zu drei Milliarden Tieren! Sie besetzten damals eine Fläche dreimal so groß wie der Regierungsbezirk Oberbayern. © dpa
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GEMÄLDE: Wenn Sie eine Milliarde Euro investieren, können Sie sich eine Bildergalerie erkaufen! Das teuerste Gemälde der Welt, das je verkauft wurde, ist Jackson Pollocks (Foto) No. 5 (1948). Es wechselte 2006 für stolze 140 Millionen Dollar den Besitzer. © dpa
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Oder wie wäre es mit Gustav Klimts Adele Bloch-Bauer? Das Bild kostete 135 Millionen Dollar. © dpa
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OKTOBERFESTE: Das Oktoberfest lockt durchschnittlich sechs Millionen Besucher pro Jahr. © dpa
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Es bräuchte 167 mal Wiesn, um die Milliarde zu erreichen. © dpa
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ESSEN: Wer 3 203 178 Cheeseburger futtert, hat eine Milliarde Kalorien verdrückt. © dpa
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Und bei einem Kalorienverbrauch von 2000 am Tag könnte eine Frau 1370 Jahre von einer Milliarde Kalorien zehren. Oder 17 Frauen wären mit der geballten Eine-Milliarden-Energie ein Leben lang versorgt. © dpa
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ENTFERNUNG: Der Planet Jupiter ist etwa eine Milliarde Kilometer von unserer Erde entfernt. © dpa
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Zum Vergleich: Würde man 25 000 Mal um die Erde fahren, hätte man eine Milliarde Kilometer zurückgelegt. © dpa
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WETTEN, DASS...?: Wahre Wetten, dass..?-Fans träumen vielleicht davon, eine Milliarde Minuten den Witzen von Thomas Gottschalk zu folgen. © dpa
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Das entspricht etwa 6,7 Millionen Sendungen. Um sie alle anzuschauen, würde man 1902,5 Jahre benötigen. © dpa
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FUSSBALLER: Welcher Fußball-Traum-Kader könnte man aus den teuersten Spielern der Welt für eine Milliarde Euro aufstellen? Den Spitzenrekord in Sachen Ablösesumme hält der französische Mittelfeldstürmer Zinédine Zidane, für den Real Madrid 2001 75 Millionen Euro hinlegte. © dpa
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Man könnte sich 13-mal den Superkicker leisten und hätte eine komplette Elf plus zwei hochkarätige Ersatzspieler! © dpa

Sein Vorgänger Michael Kemmer war an dieser Aufgabe gescheitert. Schon nach wenigen Monaten im Amt überwarf er sich mit Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) und musste Ende vergangenen Jahres nach massivem Druck aus der Politik schließlich seinen Posten räumen. Auch sein kommissarischer Nachfolger Stefan Ermisch konnte es Seehofer nicht recht machen, er wird seinen Stuhl für Häusler räumen müssen, der als Wunschkandidat des CSU-Chefs gilt.

Die Erwartungen an den Neuen sind enorm, aber Häusler weiß, worauf er sich einlässt. Seit einem halben Jahr ist er Mitglied des Verwaltungsrats der BayernLB und hat das katastrophale Zahlenwerk der Bank wohl zumindest schon gesehen. Für das Jahr 2009 rechnet die BayernLB wie bereits im Vorjahr mit einem Milliardenverlust. Ihr größtes Problem ist sie zwar erstmal los, nachdem sie die österreichische Tochter Hypo Alpe Adria vor wenigen Monaten an Österreich abgab. Allein dieser Fehlkauf aus dem Jahre 2007 hatte Bayern einen Schaden von 3,7 Milliarden Euro eingebrockt.

Trotzdem schleppt die BayernLB weltweit immer noch Altlasten mit sich herum, die sie unter Häusler los werden muss. Erklärtes Ziel ist es, aus der weltweit agierenden Großbank eine Regionalbank für den Mittelstand in Bayern, Deutschland und Europa zu machen - in dieser Reihenfolge. Die Grünen hoffen darauf, dass Häusler auch beim Personal einen echten Neuanfang wagt. Er solle dafür sorgen, dass auch die letzten noch amtierenden Vorstände aus alten Zeiten gehen, sagte der Grünen-Finanzsprecher Eike Hallitzy. “Wenn er das nicht macht, ist er wohl doch wieder nur ein Knecht des Herren.“

Häusler selbst hatte in der Vergangenheit gerade bei staatlichen Banken für ein hartes Durchgreifen geworben. “Angesichts des Gefahrenpotenzials moderner Finanzmärkte kommt es heute darauf an, dass in den Kontrollgremien der Banken deutlich mehr Finanzprofis sitzen sollten“, sagte er auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 in einem Interview. Solche Worte nähren in der Opposition in Bayern Hoffnung, dass die Kompetenz bei der BayernLB nach jahrzehntelanger CSU-Herrschaft künftig einen höheren Stellenwert erhält als das Parteibuch.

Für Häusler steht mit dem Job bei der BayernLB vor allem der gute Ruf auf dem Spiel, den er sich in rund drei Jahrzehnten bei der Bundesbank, beim IWF oder der Hessischen Landesbank erworben hatte. Sollte es ihm aber gelingen, das Ruder bei der BayernLB herumzureißen, könnte er seine Karriere krönen: Als Retter der BayernLB.

dpa

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