"New Opel" soll vor Jahresende stehen

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„New Opel“ soll vor Jahresende stehen.

Berlin - Die Verhandlungen über “New Opel“ sollen bis Jahresende abgeschlossen werden. Diese Erwartung äußerte die Bundesregierung am Freitag.

Lesen Sie hier alles über Opel:

Magna-Chef stimmt Opelaner auf harten Weg ein

Opel-Betriebsrat steht hinter Magna-Einstieg

IG Metall fordert Standortsicherung für Opel-Werke

Opposition sieht Verkauf von Opel an Magna kritisch

GM zur Abgabe von Opel an Magna bereit

Nach Opel-Verkauf: Deutsche Standorte sollen bleiben

Opel-Treuhand: Deutsche Mittel nur für NewOpel

Stichwort Magna

Auotexperte Dudenhöffer begrüßt Lösung für Opel

Chronologie: Zähes Ringen um Opel-Zukunft

Der künftige Opel-Mehrheitseigentümer Magna stimmte die Mitarbeiter des Autowerkes auf eine schwierige Sanierung ein. Die Oppositionsparteien im Bundestag kritisierten die Entscheidung zugunsten von Magna scharf und warfen der Großen Koalition vor, sie habe sich einen Vorteil im Wahlkampf verschaffen wollen. Regierungssprecher Ulrich Wilhelm sagte in Berlin, zwischen der Konzernmutter GM und der Magna-Gruppe, die 55 Prozent an Opel übernehmen soll, seien “keine grundlegenden Fragen“ mehr zu verhandeln. “Eine zügige Lösung noch vor Jahresende“ sei möglich.
Die Bundesregierung will in den kommenden Wochen mit der EU die finanziellen Hilfen für Opel abklären. Außerdem sind Gespräche mit Spanien, Polen und Großbritannien darüber geplant, wie die dem GM-Magna-Geschäft zugesicherten Finanzhilfen von 4,5 Milliarden Euro aufgeteilt werden können, wie die Sprecherin des Bundeswirtschaftsministeriums, Beatrix Brodkorb, erklärte. Die drei Länder haben Opel-Standorte und sich offenbar zu finanziellen Hilfen bereit. Magna-Chef Frank Stronach sagte einen harten Weg voraus. “Opel hat schon lange keinen Profit mehr gemacht, und die Wirtschaft ist zurzeit auch nicht so blühend“, sagte er der Zeitung “Österreich“. Er sei glücklich, dass die Einigung mit General Motors über den Einstieg des Zulieferers Magna und der russischen Sberbank doch noch erfolgt sei. Sein Team habe hart und erfolgreich gearbeitet.

Kritik an Treuhand-Vertreter

Deutliche Kritik äußerte Wilhelm am Vertreter des Bundes im Treuhand-Beirat bei Opel, der am Vortag gegen den Verkauf an die Magna-Gruppe gestimmt hatte. Von dem ehemaligen Manager Manfred Wennemer sei erwartet worden, “die Interessen des Treugebers“ zu vertreten. Die Bundesregierung bleibe bei ihrer Haltung, dass die Verkaufsentscheidung für Opel eine “gute, eine wirtschaftlich tragfähige Lösung“ darstelle. Der zweite deutsche Vertreter im Beirat, Dirk Pfeil, enthielt sich als Abgesandter der Bundesländer. Wie Wennemer kritisierte er anschließend, es sei politisch und nicht betriebswirtschaftlich entschieden worden.

Wennemer sagte, Opel sei zu klein, um effizient arbeiten zu können. Der deutsche Steuerzahler trage das volle Risiko. Die Oppositionsparteien im Bundestag kritisierten ebenso wie der Bund der Steuerzahler den Magna-Deal. FDP-Chef Guido Westerwelle sagte in der ZDF-Sendung “TV-Dreikampf“, die Entscheidung solle nur der Stärkung von Union und SPD vor der Bundestagswahl dienen. “Ich fürchte, das dicke Ende kommt nach der Wahl.“ Zwtl: Pofalla und Heil verteidigen Entscheidung Die IG Metall forderte die vertragliche Festschreibung von Standortsicherung und den Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen.

Spitzenvertreter von Union und SPD verteidigten die Entscheidung zugunsten von Magna. CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla sagte, der Großteil der Arbeit zur Rettung von Opel komme zwar noch. Die Zehntausende Opel-Arbeiter hätten ein Anrecht darauf, dass die Voraussetzungen für eine gesicherte Zukunft geschaffen würden, sagte er dem Sender N24. SPD-Generalsekretär Hubertus Heil sagte n-tv, der Weg sei jetzt zumindest offen für eine dauerhafte Lösung. Opel habe aber die Chance, mit starken Partnern neue Märkte zu erschließen.

AP

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