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Entlastungspaket 2022: Hartz-IV-Zuschuss – Wie hoch er ist und wann er ausgezahlt wird

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Von: Patricia Huber

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Die Bundesregierung hat den Zuschuss für Hartz-IV-Empfänger im Rahmen des Entlastungspakets überraschend erhöht. Eine Übersicht zeigt, wer wann Geld erhält und wieso es Kritik gibt.

Berlin - 449 Euro: Von diesem Betrag muss ein alleinstehender Hartz-IV-Empfänger leben. Wohn- und Heizkosten müssen damit zwar nicht abgedeckt werden, aber dafür alles andere: Lebensmittel, Strom, Kleidung, Tickets für den ÖPNV und Co. Das Problem dabei: Die Inflation in Deutschland liegt nun laut Statistischem Bundesamt im April bei 7,4 Prozent. Das bedeutet, dass die Preise des zur Berechnung verwendeten Musterwarenkorbs im Durchschnitt um 7,4 Prozent gestiegen sind. Was jedoch nicht gestiegen ist, ist der Hartz-IV-Regelsatz. Wie sollen Bezieher also diese Kostensteigerung kompensieren?

Entlastungspaket 2022: Hartz-IV-Empfänger erhalten 200 Euro Zuschuss

Die Bundesregierung hat deshalb eine sogenannte Einmalzahlung beschlossen. Jeder Empfänger soll demnach einmalig 200 Euro zusätzlich zum Hartz-IV-Regelsatz erhalten. Das geht aus einem Gesetzentwurf hervor, den das Bundeskabinett am Mittwoch (27. April) beschlossen hat. Zuvor waren lediglich 100 Euro geplant, jetzt wurde der Betrag überraschend erhöht.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil erklärte: „Die Auswirkungen der Pandemie und die steigenden Lebenshaltungskosten treffen die Menschen besonders hart, die auf staatliche Unterstützung angewiesen sind. Wir erhöhen deshalb die Einmalzahlungen für alle, die Leistungen aus den sozialen Sicherungssystemen beziehen, auf 200 Euro, um die Menschen in dieser schwierigen Situation zu unterstützen.“

Laut Angaben des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales soll die Einmalzahlung im Juli 2022 geleistet werden. Ein exaktes Auszahlungsdatum wurde jedoch nicht genannt.

Entlastungspaket 2022: Sozialverband kritisiert Hartz-IV-Bonus

Der Paritätische Wohlfahrtsverband übt trotz der Erhöhung Kritik an den Plänen der Regierung. Einer Pressemitteilung zufolge seien die „Hilfen für einkommensschwache Haushalte völlig unzureichend.“ Der Verband fordert statt einer Einmalleistung eine „deutliche Anhebung der Regelsätze für Leistungen der Mindestsicherung wie Hartz IV um monatlich mindestens 200 Euro.“

„Die Monat für Monat dahinschmelzende Kaufkraft treibt die Ärmsten gerade buchstäblich an den Rand der Verzweiflung“, so Ulrich Schneider, Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbands. (ph)

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