Schutz der heimischen Landwirtschaft

Höhere Zölle - Norwegen riskiert Streit mit EU

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Norwegen riskiert einen Streit mit der EU.

Oslo/Brüssel - Norwegens Regierung will die heimische Landwirtschaft durch höhere Einfuhrzölle vor EU-Konkurrenz schützen und verärgert damit Brüssel.

Landwirtschaftsminister Trygve Slagsvold Vedum bestätigte am Dienstag in Oslo Medienberichte, wonach die Einfuhrzölle auf wichtige Lebensmittel wie Hartkäse sowie Lamm- und Schweinefleisch ab 2013 „von Kronen- auf Prozentbeträge“ umgestellt werden sollen.

Nach Informationen des „Handelsblatts“ (Dienstag) hat die EU-Kommission in Brüssel bereits gegen die Zollpläne der Norweger protestiert. Der Osloer Minister von der bäuerlichen Zentrumspartei begründete sein Vorhaben damit, dass man zum Schutz der heimischen Landwirtschaft „keine andere Wahl“ habe. Er sagte der Zeitung „Nationen“: „Der Zollschutz ist ein tragendes Element, um unsere eigenen Lebensmittelproduktion im ganzen Land zu sichern.“

Alles teurer geworden: So viel mehr müssen Sie in 2012 jetzt bezahlen

Hohe Energiekosten treiben die Preise an: Beispielsweise ist der Preis von Heizöl um 13,9 Prozent gestiegen. © dpa
Auch für Strom zahlt man mehr: plus 7,1 Prozent. © dpa
Butter macht dick - und wer in Zukunft nicht 10,4 Prozent mehr zahlen will, verzichtet drauf. © dpa
Molkereiprodukte sind fast alle teurer geworden: Für Sahne zahlt man jetzt 12,9 Prozent mehr. © dpa
Bei Fleisch ist die Preiserhöhung nicht ganz so schlimm: 4,3 Prozent ist es teurer. © dpa
Gemüse ist dagegen billiger geworden: Für Kopf- oder Eisbergsalat zahlt man 39,3 Prozent weniger. © dpa
Tomaten sind 24,1 Prozent billiger. © dpa
Ein deutlicher Preisanstieg bei alkoholfreien Getränken von 7,4 Prozent soll vor allem durch die... © dpa
... Verteurung von Kaffee um 21,8 Prozent verursacht sein. © dpa
Bei den Dienstleistungen macht sich die neue Luftverkehrsabgabe bemerkbar: Flugtickets sind um 19,4 Prozent teurer. © dpa
Die Preise für Tabakwaren sind um 3,3 Prozent gestiegen. © dpa
Frauen können aufatmen: Schuhe  und Bekleidung sind nur um 3,1 Prozent teurer. © dpa

Mehr als die Hälfte der norwegischen Lebensmittel werden importiert, die meisten davon aus EU-Ländern. Nach den „Handelsblatt“-Angaben drohen vor allem den aus Dänemark eingeführten Käsesorten Erhöhungen der Zollsätze um 250 Prozent. Blumensorten wie Hortensien sollten künftig mit 72 Prozent statt 0 Prozent Einfuhrabgabe belegt werden.

„Eine Änderung der Zolltarife ist unvereinbar mit bestehenden Vereinbarungen“, hieß es laut „Handelsblatt“ im Protestschreiben der EU-Kommission an das Osloer Landwirtschaftsministerium. Norwegen gehört nicht zur EU, ist aber Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR). Die Lebensmittelpreise in dem nordeuropäischen Land sind mit die höchsten in Europa. Ein Liter Magermilch kostet hier umgerechnet 1,85 Euro (13,90 Kronen).

dpa

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