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3000 Arbeitsplätze geplant

Aus Schlecker-Filialen soll "dayli" werden

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Stuttgart - Als Nahversorger sollen zahlreiche Schlecker-Filialen neu eröffnen und Tausende ehemalige Beschäftigte wieder in Lohn und Brot bringen. Aus den Filialen soll die Kette „dayli“ werden.

Der österreichische Investor Rudolf Haberleitner will im kommenden Jahr etwa 600 ehemalige Filialen der insolventen Drogeriekette in Deutschland übernehmen und aus ihnen die Nahversorgungskette „dayli“ machen. „Ich gehe davon aus, dass wir Ende nächsten Jahres, abhängig von der Geschwindigkeit unserer Expansion, in Deutschland bis zu 3.000 Mitarbeiter beschäftigen werden“, sagte Haberleitner am Freitag auf „Handelsblatt Online“. Kontakt zu möglichen Mitarbeitern habe er schon aufgenommen.

Der Schlecker-Insolvenzverwalter Arndt Geiwitz ist nicht in das Vorhaben eingebunden, begrüßt es aber und würde es auch unterstützen. „Er findet das Konzept schlüssig“, sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters der Nachrichtenagentur dapd. Geiwitz könne vermittelnd und unterstützend eingreifen. „Er kann natürlich Vermieter oder Beschäftigte ansprechen und vermitteln“, sagte der Sprecher.

Hier werden die Reste von Schlecker versteigert

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In dem Interview berichtete der 67-jährige Haberleitner, seine Gesellschaft TAP 09 habe bereits 484 Ex-Schlecker-Filialen in Süddeutschland bis nach Rheinland-Pfalz ausgewählt. Zudem gebe es Verhandlungen über Standorte in Berlin, Brandenburg und Thüringen.

Der Nachrichtenagentur dapd sagte Haberleitner, die ersten 50 bis 60 Filialen sollten bereits im Januar eingerichtet werden. Ab Mitte Februar könnten die ersten dann für die Kunden öffnen.

Haberleitner ist ein erfahrener Firmensanierer. Er hatte im August bereits 1.350 Filialen in Österreich und einigen anderen europäischen Ländern vom Schlecker-Insolvenzverwalter übernommen und als Nahversorger positioniert. Mit dem gleichen Konzept sollen auch die ehemaligen deutschen Schlecker-Filialen wiederbelebt werden.

Die Geschäfte mit dem Namen „dayli“ bieten neben Drogerieartikeln auch Lebensmittel sowie die Vermittlung von Dienstleistungen und Bestellungen über das Internet an. Das würde seiner Meinung nach auch hierzulande ankommen. „In Deutschland gibt es keine wirklichen Nahversorger mehr, egal ob Rewe oder Edeka - man muss mit dem Auto fahren, um zu ihnen zu kommen“, sagte Haberleitner „Handelsblatt online“. „Wir bieten allein durch die Nähe ein Stück mehr an Lebensqualität“, fügte er hinzu.

Haberleitner rechnet mit Investitionen von 20 Millionen Euro

Der dapd sagte Haberleitner, infrage kämen Standorte in Orten ab 5.000 Einwohner. Er rechne mit Kosten von etwa 30.000 bis 40.000 Euro pro Filiale. „Also müssen wir etwa 20 Millionen investieren, um die Filialen in Gang zu bringen“, sagte er.

Geführt werden sollen die Filialen durch eine GmbH, die sich derzeit im Aufbau befinde und in Ehingen angesiedelt werden soll, der ehemaligen Heimat von Schlecker. Dort miete „dayli“ auch das Regionallager Süd vom Schlecker-Insolvenzverwalter an, sagte Haberleitner. Ein Geschäftsführer sei bereits ausgewählt. Es handle sich um einen „sehr, sehr erfahrenen Mann aus dem Rewe-Konzern“, der dort auch im Vorstand gewesen sei.

Der Sprecher des Insolvenzverwalters sagte dazu, Haberleitner habe Interesse an dem Lager geäußert, zu der Thematik liege aber keinerlei Vereinbarung vor.

Schlecker hatte im Januar Zahlungsunfähigkeit angemeldet und war letztlich zerschlagen worden. Zum Zeitpunkt der Insolvenz hatte die Kette allein in Deutschland noch rund 5.000 Filialen. Mehr als 25.000 vor allem weibliche Beschäftigte verloren ihre Jobs. Am Mittwoch wurde ein Großteil des Inventars wie Regale oder Gabelstapler versteigert.

Von Matthias Jekosch

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