Opel-Betriebsrat steht hinter Magna-Einstieg

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Anpacken bei der Sanierung: Opel-Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz.

Rüsselsheim - Auch der Opel-Betriebsrat gibt einer Übernahme durch den Magna-Konzern grünes Licht: Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz sagte, dass die Mitarbeiter ihren Teil zu den Einsparungen leisten werden.

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Der Einstieg des Zulieferers Magna bei Opel wird nach Betriebsratsangaben nicht an der Belegschaft scheitern. “Der Europäische Betriebsrat hat Magna bereits vor Monaten schriftlich zugesagt, dass wir unseren Teil zu den Einsparungen leisten werden“, sagte Gesamtbetriebsratschef Klaus Franz am Freitag der Deutschen Presse-Agentur dpa in Frankfurt . General Motors hatte am Donnerstag erklärt, ein verbindlicher Vertrag zum Opel-Verkauf könne erst unterzeichnet werden, wenn unter anderem die Arbeitnehmervertretungen schriftlich bestätigen, dass sie die Vereinbarung “mit den notwendigen Kostenanpassungen unterstützen“. “Da kann nichts mehr scheitern“, betonte Franz.

Dennoch erwartet der stellvertretende Aufsichtsratschef der Adam Opel GmbH intensive Verhandlungen. Der europäische Betriebsrat werde keine Werkschließungen akzeptieren. Magna plant bisher, den Standort im belgischen Antwerpen dichtzumachen. “Wir haben uns klar gegen Werkschließungen und gegen betriebsbedingte Kündigungen positioniert. Diese Fragen müssen wir nun mit Magna klären.“

Bisher liege den Arbeitnehmervertretern lediglich das Konzept des kanadisch-österreichischen Zulieferers vor, nicht aber der endgültige Geschäftsplan. “Wir wissen noch nichts über die Personalplanung an einzelnen Standorten oder darüber, welche Modelle in welchen Stückzahlen wo produziert werden sollen.“ Die Arbeitnehmervertreter verlangen, dass die Lasten fair über alle europäischen Standorte verteilt werden. Die Gespräche mit Magna sollten “möglichst bald beginnen“.

Franz widersprach Kritikern, die “NewOpel“ unter anderem aufgrund zu geringer Stückzahlen nicht für überlebensfähig halten. “Opel wird in der Frage der Technologie und des Einkaufs weiter mit General Motors zusammenarbeiten. Wir müssen und wir wollen.“ So komme Opel etwa beim Einkauf auf ein Volumen von 4,2 Millionen Fahrzeugen. Dadurch werde der Einkauf günstiger und Opel wettbewerbsfähig.

Optimismus zieht der Betriebsratschef auch aus der Tatsache, dass das Opel-Management in Europa künftig die “abschließende Produktverantwortung für die Marke“ haben werde. Die Opel-Belegschaft und Autoexperten hatten den GM -Managern in Detroit vorgeworfen, sich bisher zu wenig um die Wünsche der europäischen Autofahrer gekümmert und damit den Rückgang der Marktanteile herbeigeführt zu haben.

dpa

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