Opel dementiert Verzicht auf Standortschließungen

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Opel dementiert Bericht über Verzicht von GM auf Standortschließungen.

Frankfurt/Main - Nach der Verwirrung um ein Interview des neuen GM-Europachefs Nick Reilly zur Schließung von Opel-Werken haben Arbeitnehmervertreter eine baldige Klärung der Situation gefordert.

“Wir brauchen das Gesamtkonzept“, sagte der Chef des Bochumer Opel-Betriebsrats Rainer Einenkel der “Neuen Ruhr/Neuen Rhein Zeitung“. Opel hat zuvor einen Bericht der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ dementiert, wonach der GM-Europa-Chef Nick Reilly auf Werksschließungen bei Opel verzichten will. Reilly selbst erklärte in einem am Freitag gestarteten Blog: “Opel/Vauxhall muss seine Kapazitäten in Europa um rund 20 bis 25 Prozent reduzieren. Wir sind noch dabei, die Details dieses Plans auszuarbeiten.“ Kommende Woche wolle er sich in Brüssel mit Vertretern der EU und der fünf Länder treffen, in denen Opel Werke habe.

“Ich mache diesen Job erst seit zehn Tagen, aber mir ist völlig bewusst, dass wir schnell aus dieser Situation herauskommen müssen. Die Zeit arbeitet gegen uns“, schrieb Reilly. “Damit es für Opel und Vauxhall voran geht, muss schnell gehandelt werden.“ Ein Opel-Sprecher sagte, Reilly sei in dem FAZ-Interview falsch interpretiert worden. Er “bleibt bei seiner mehrfach gemachten Aussage, dass zu konkreten Entscheidungen momentan noch nichts gesagt werden kann. Einen konkreten Plan hat Reilly bis Mitte Dezember in Aussicht gestellt“, hieß es am Donnerstagabend aus Rüsselsheim.

Die FAZ hatte den GM-Europachef mit den Worten zitiert: “Wir müssen überhaupt keine Standorte schließen. Was wir tun müssen, ist einen Teil der Kapazität abzubauen.“ Dafür gebe es verschiedene Wege. Werksschließungen seien aber nicht unbedingt notwendig. Den binnen eines Jahres notwendigen Stellenabbau bezifferte er auf 9.000 bis 10.000 der insgesamt 46.000 Stellen in Europa. Dazu stellte Opel Deutschland klar: “Mit dem Wort 'müssen' wollte Reilly zum Ausdruck bringen, dass die erste Aufgabe darin besteht, Kapazitäten abzubauen, die konkrete Entscheidung, mit welchen Maßnahmen dies gemacht werden soll, aber erst den zweiten Schritt darstellt.“

“Sanierungsplan bis spätestens Mitte Dezember vollenden“

Einenkel erneuerte die Forderung nach einem Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen. Eine Kapazitätsanpassung könne über Arbeitszeitverkürzung, eine faire Produktionsverteilung zwischen den Werken und das Zurückholen ausgelagerter Arbeiten, etwa in der Komponentenfertigung, erzielt werden. Ähnlich äußerte sich auch der nordrhein-westfälische IG-Metall-Bezirksleiter Oliver Burkhard. In den laufenden Verhandlungen mit den Gewerkschaften und Regierungen in Deutschland, Spanien und Großbritannien will Reilly der Meldung zufolge die Details der Restrukturierung in wenigen Wochen klären.

“Dann müssen wir den Sanierungsplan bis spätestens Mitte Dezember vollenden und veröffentlichen“, wurde der Manager weiter zitiert. Reilly nannte als Ziel, dass Opel im Jahr 2011 wieder aus der Verlustzone kommen und schwarze Zahlen schreiben solle. 2013 peilt er dann schon einen “ordentlichen Gewinn“ an. Nach Informationen der “Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ soll das Weihnachtsgeld, auf das die Belegschaft eigentlich verzichtet hätte, zum 1. Dezember in voller Höhe von 63 Millionen Euro ausgezahlt werden.

Opel-Gipfel in Brüssel

In der Diskussion über die Zukunft der Opel-Standorte wandte sich der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck derweil in einem Brief an den EU-Industriekommissar Günter Verheugen (SPD). In dem Brief, der dem “Handelsblatt“ vorliegt, fordert Beck demnach, den von GM ausgelösten Subventionswettlauf zu beenden.

Das zuletzt zu beobachtende Verhalten der GM-Leitung, in Großbritannien, Spanien oder Belgien mögliche Finanzierungsmittel im Gegenzug zu Arbeitsplatz- beziehungsweise Standortgarantien einzuwerben, sei zu beenden, schreibt Beck dem Blatt zufolge an Verheugen.

AP

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