Überblick über die Standorte

Osram: Die Lage in Bayern

München - Besonders betroffen vom Stellenabbau bei Osram sind die Standorte in Bayern. Die tz fasst ihre Situation zusammen.

Von diesem Termin hatten sich die Mitarbeiter bei Osram in München mehr versprochen! Am Freitag hatte der Vorstand über den bevorstehenden Stellenabbau informieren wollen. Doch konkrete Zahlen konnten die Chefs nicht präsentieren. Von einem Osram-Sprecher hieß es lediglich: „Es hat am Vormittag eine Mitarbeiterversammlung gegeben.“

IG-Metall-Pressesprecher und Osram-Aufsichtsrat Michael Kurth ist ver-ärgert: „Bei den Mitgliederversammlungen wurde nur das wiederholt, was ohnehin schon in der Zeitung stand.“ Dabei handelt es sich um 1700 Stellen, die in ganz Deutschland abgebaut werden sollen. „Das ist ein ganz schlechter Stil, die Mitarbeiter mit so einer Riesenverunsicherung jetzt in den Urlaub zu schicken“, schimpft Kurth im Gespräch mit der tz. Dabei seien im Aufsichtsrat bereits Zahlen für Standorte genannt worden – diese müssten aber geheim bleiben, da es sich um reine Planzahlen handele, die sich auch noch ändern könnten. „Wenn ich da an die letzte Sparrunde denke, schwant mir nichts Gutes“, so Kurth weiter. „Damals hatte es mit einer Planzahl von 1040 wegfallenden Jobs in Deutschland angefangen. Am Ende mussten 1500 Kollegen gehen“, erinnert sich Kurth.

Besonders betroffen vom Stellenabbau sind die Standorte in Bayern. Die tz fasst ihre Situation zusammen:

Augsburg: Das traditionsreiche Werk am Lech ist schwer gebeutelt. Im Oktober verlassen 130 Mitarbeiter das Unternehmen – aufgrund der letzten Sparrunde. „Innerhalb der letzten zehn Jahre haben damit 700 Mitarbeiter den Standort verlassen“, sagt Augsburgs IG-Metall-Chef Michael Leppek zur tz. Jetzt steht der Standort wieder im Brennpunkt – Insider rechnen mit einer hohen dreistelligen Zahl an Stellen, die gefährdet sind. Eine Mitarbeiterversammlung soll es erst im September geben. Derzeit ist ein Großteil der Belegschaft im Sommerurlaub.

München: Hier ist die Zentrale – und auch für die sind Kürzungen angekündigt. Konkrete Zahlen legt Osram nicht auf den Tisch, der BR berichtet aber von 300 Stellen, die gefährdet sein sollen. In München und Garching arbeiten derzeit 1400 Menschen für Osram.

Eichstätt: Hier ist die Sorge um die Arbeitsplätze ebenfalls riesig. Denn in Eichstätt werden Halogenlampen produziert – sie sollen ab 2016 EU-weit verboten werden. 700 Menschen arbeiten in dem Werk, der Donaukurier spekuliert, dass 50 Prozent der Stellen wegfallen könnten.

Regensburg: Hier werden hauptsächlich LED-Chips – derzeit die Technik der Zukunft – entwickelt und gebaut. Deshalb soll der Standort bei dem Kahlschlag ungeschoren davonkommen.

Mk.

Rubriklistenbild: © dpa

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