Post bläst Porto-Erhöhung ab

Bonn - Endlich mal eine gute Nachricht von der Deutschen Post. Der gelbe Riese dreht nun doch nicht an der Preisschraube beim Briefporto.

Das Inlands-Briefporto bleibt auch im nächsten Jahr unverändert. Die Deutsche Post werde für 2012 keine Portoerhöhung beantragen, sagte Postsprecher Dirk Klasen am Mittwoch. Die Post reagierte damit auf neue Festlegungen der Bundesnetzagentur. Nach den Vorgaben der Behörde bliebe der Deutschen Post auch nur wenig Spielraum für Preisanhebungen.

Ein Standard-Inlandsbrief wird damit wie seit vielen Jahren weiterhin 55 Cent kosten, für eine Postkarte müssen 45 Cent bezahlt werden. Das Porto ist seit 14 Jahren nicht mehr erhöht worden. Beim Standardbrief gab es 2003 sogar eine Preissenkung.

Die Entscheidung kam nach langem Gezerre zustande, wie das Porto der Post gestaltet werden soll. Der Bonner Konzern beherrscht das nationale Briefgeschäft mit einem Marktanteil von rund 90 Prozent, muss sich aber einen Teil seiner Preise von der Netzagentur vorab genehmigen lassen. Das nationale Briefgeschäft ist traditionell der Gewinnbringer des Konzerns.

Post-Vorstandschef Frank Appel hatte wiederholt auf eine Neuregelung bei der Preisfestlegung durch die Netzagentur gedrungen, um das Porto bei seit Jahren gestiegenen Kosten erhöhen zu können. Damit will die Post auch den rückläufigen Sendemengen im klassischen Briefgeschäft begegnen und berücksichtigt sehen, dass es höhere Kosten für Transport und Personal gibt.

Doch die jetzt getroffene Entscheidung der Behörde lässt der Post nur einen moderaten Spielraum für höheres Porto. Klasen bezifferte diesen Spielraum auf 1,2 Prozent. Für das nächste Jahr lohne sich eine geringe Änderung für die Post nicht, weil dafür in den nächsten Monaten noch zu viele Umstellungen mit einem hohen Aufwand erfolgen müssten.

Die Post sei mit der Vorgabe unzufrieden, betonte Klasen. Denn noch immer lege die Netzagentur bei ihrer Berechnung auch Produktivitätsfortschritte zugrunde. “Das ist unberechtigt, da die Produktivität bei uns ausgereizt ist.“

Die Entscheidung der Netzagentur (sie ist formal noch nicht endgültig) ermögliche der Post “die Aufrechterhaltung hoher Qualitätsstandards zu erschwinglichen Preisen“, erklärte ihr Präsident Matthias Kurth. Die Post solle auch einen Anreiz erhalten, “ihr hohes Leistungsniveau im Interesse der Bürger beizubehalten“.

Die Vorgaben der Netzagentur für den Produktivitätsfortschritt sollen für zwei Jahre gelten. Damit liegt es an der Post, möglicherweise im Jahr 2013 noch Preiserhöhungen zu beantragen, falls es dann neue Spielräume gibt.

dpa

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