Finanzämter verschicken Schreiben mit Lohnsteuerdaten

Post vom Finanzamt: Darauf müssen Sie achten!

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Die alte Papp-Lohnsteuerkarte hat ausgedient. Jetzt verschicken die Finanzämter - noch bis 24. November - Mitteilungen mit den gespeicherten Daten der Steuerpflichtigen.

München - Nicht immer ein Grund zur Freude, auf jeden Fall aber ein Grund etwas genauer hinzuschauen. Derzeit flattert in Millionen Haushalte ein Schreiben vom Fiskus. Die tz erklärt, was Sie beachten müssen:

Die Lohnsteuerkarten aus Pappe haben ausgedient. Jetzt schickt das Finanzamt die Information, welche Sachen auf der elektronischen Lohnsteuerkarte (ELStAM) eingetragen sind. Für den Steuerzahler lohnt es sich, die Angaben genau zu prüfen, schließlich können sie ihr monatliches Netto so spürbar erhöhen. Die tz klärt die wichtigsten Fragen zu dem Schreiben:

Was steht genau in dem Schreiben?

Die Informationen, die auf der alten Papp-Lohnsteuerkarte auf der ersten Seite vermerkt waren. „Also die Steuerklasse, die Kirchenzugehörigkeit, Freibeträge und Kinderfreibeträge“, erklärt Martina Bruse vom Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine im tz -Gespräch.

Hat das Finanzamt einfach die Angaben aus dem Vorjahr übernommen?

„Leider nicht immer“, bedauert Bruse. Ein Klassiker: Volljährige Kinder sind meist nicht eingetragen. „Infolgedessen fällt für Alleinerziehende auch die Steuerklasse II weg“, warnt Bruse. Für sie gilt dann auf einmal Steuerklasse I ohne Kind.

Welche Fehler kommen noch vor?

„Bei Ehegatten ist häufig die Steuerklassenkombination III/V nicht eingetragen. Darauf sollten sie unbedingt achten“, erklärt Bruse. Ein weiterer Fehler: Die Kirchenzugehörigkeit taucht nicht mehr auf. Das könnte zwar Geld sparen, aber wer in absehbarer Zeit kirchlich heiraten möchte, wäre aufgeschmissen.

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Eine Milliarde - wieviel ist das?

Wie kommen diese Fehler zustande?

Bei den volljährigen Kindern ist es eigentlich normal. „Die mussten auch auf der Papp-Steuerkarte jährlich neu eingetragen werden, ebenso wie zusätzliche Freibeträge“, erklärt Bruse. „Da waren wir etwas verwöhnt aus dem Jahr 2011, als einfach die Daten von 2010 übernommen wurden.“ Allerdings kam die Lohnsteuerkarte immer relativ zeitig, im September oder Oktober. Das Finanzamt verschickt seine Mitteilungen nach Informationen der tz noch bis zum 24. November.

Wie kann ich Fehler korrigieren?

Nur beim Finanzamt. „Zunächst sollten sie es telefonisch versuchen, allerdings sind die Finanzämter da schon etwas überfordert“, rät Bruse. Auf der Webseite www.elster.de hält der Fiskus sogar ein Korrekturblatt bereit. Für Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen muss der Steuerpflichtige persönlich zum Finanzamt.

Bis wann sollte ich die Fehler korrigiert haben?

Am besten bis zum 30. November. „Dann greifen die Änderungen noch am 1. Januar 2012“, rät Bruse.

Mk

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