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Leere Regale bei Edeka: Marken wie Pampers, Gillette und Ariel werden knapp

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Von: Patricia Huber

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Bei Edeka läuft der nächste Preisstreit. Dieses Mal sind Drogerie-Produkte betroffen – darunter bekannte Marken bei Windeln, Rasierern und Waschmitteln. Sie könnten in manchen Filialen knapp werden.

München – Leere Regale im Supermarkt sind mittlerweile kein allzu seltener Anblick mehr. Während zur Corona-Pandemie besonders Hamsterkäufe dafür verantwortlich waren, sind es nun die Preiskämpfe zwischen Händlern und Herstellern. Besonders Edeka zeigt sich sehr hartnäckig und nimmt immer wieder leere Regale in Kauf. Jetzt könnte es in noch mehr Bereichen dünn werden – denn auch in den Drogerien drohen höhere Kosten.

Pampers, Lenor und Oral-B betroffen: P&G in harten Verhandlungen mit Edeka

Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) möchte künftig auch mehr Geld für seine Produkte. Folgende Marken gehören unter anderem zu P&G:

Mancherorts könnten diese Produkte schon bald knapp werden. Wie die Lebensmittelzeitung (LZ) berichtet, werden Edeka und der dazugehörige Drogeriemarkt Budni nur noch stark eingeschränkt von P&G beliefert. Produkte von Lenor, Always und Gillette lassen sich sogar gar nicht mehr bestellen. Auf LZ-Nachfrage bestätigt P&G, dass derzeit „viele intensive, aber konstruktive“ Gespräche mit den Händlern stattfinden würden. Grund dafür seien „notwendige Listenpreiserhöhungen“. Einen Lieferstopp weist der Konzern jedoch zurück.

Ausbleibende Lieferungen oder Preiserhöhungen könnten jedoch fatal sein – zumindest in manchen Produktsparten. Bei Windeln hat P&G einen Marktanteil von 48,3 Prozent. Bei Rasierern sind es sogar knapp 60 Prozent. Eine Preiserhöhung von bis zu 40 Prozent – wie sie Branchenmanager gegenüber LZ beziffern – würde also zahlreiche Kunden betreffen.

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Edekas Preiskämpfe: Nicht nur P&G möchte mehr Geld

Mit den Forderungen ist P&G aber nicht alleine. Auch die großen Konkurrenten wie Henkel, L’Oréal oder Unilever haben im Laufe dieses Jahres an der Preisschraube gedreht. Grund seien Kostensteigerungen und vergleichsweise niedrige Gewinnspannen in Deutschland.

Doch Edeka zeigt sich hartnäckig. Erst kürzlich landete der Preisstreit mit dem Getränke-Riesen Coca-Cola sogar vor Gericht. Dabei zog Edeka den Kürzeren, betonte im Nachhinein jedoch, dass Edeka seit Monaten in harten Verhandlungen mit der Markenartikelindustrie stehe und jede Preiserhöhung sehr genau prüfe. „Viele der vorgebrachten Preiserhöhungsforderungen beruhen nicht auf echten Kostensteigerungen.“ Stattdessen werde der Verweis auf die allgemeine Inflation als willkommenes Argument genutzt, um die eigene Gewinnmarge weiter zu verbessern, sagte ein Sprecher. (ph/dpa)

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