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Privatbanken

Berenberg: Kraftvolle Expansion

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In München ist Berenberg seit zehn Jahren mit einer Niederlassung vertreten.

Von wegen altes Eisen – Deutschlands älteste Privatbank, Berenberg, setzt deutlich auf Expansion. Die Münchner Niederlassung ist ein Paradebeispiel für die Wachstumsstrategie der 425 Jahre alten Privatbank.

Hans Wöll, Niederlassungsleiter.

Es gibt Wettbewerber, die schauen schon ein wenig neidisch auf das, was das Hamburger Privatbankhaus „Joh. Berenberg, Gossler & Co. KG“ in den vergangenen Jahren auf die Beine gestellt hat. Als die älteste Privatbank des Landes in London ein 80 Personen starkes Analystenteam aufgebaut hat oder in den USA im Investment Banking und institutionellen Asset Management mehrere Standorte errichtete, verstanden einige die Welt nicht. Während so manches Privatbankhaus vor dem Hintergrund niedriger Zinsen und sinkender Margen in den letzten Jahren kleine Brötchen backte, investieren die Hamburger Bankiers in ihre Wachstumsstrategie. „Wir sind äußerst zufrieden mit der Entwicklung“, freut sich Hans Wöll, der die „erst“ vor zehn Jahren eröffnete Niederlassung der Privatbank an der feinen Maximilianstraße in München führt.

Dieser Stolz kommt nicht von ungefähr, denn Berenberg ist mit 1250 Mitarbeitern und einem verwalteten Vermögen von über 36 Milliarden Euro zwar kein Banken-Riese – aber das Institut gehört im Geschäft mit vermögenden Privat- und Firmenkunden zu den führenden Bankhäusern. „Allein in diesem Jahr hat Berenberg sieben Börsengänge begleitet“, ergänzt Wöll. „Damit liegen wir bei Börsengängen im deutschsprachigen Raum nach Emissionsvolumen auf Platz 1.“ Die Wachstumsstrategie der Hanseaten trägt auch in der bayerischen Landeshauptstadt Früchte. „Unsere Niederlassung ist kräftig gewachsen: In den letzten anderthalb Jahren haben wir das betreute Volumen verdoppelt“, erklärt Hans Wöll. Zuletzt wurden an der Maximilianstraße drei weitere Mitarbeiter eingestellt.

Was macht Berenberg anders als die anderen? Der Niederlassungsleiter verweist auf das breite Angebot an Dienstleistungen. Ganzheitliche Beratung nennt sich dieser Ansatz, der sich vom Private Banking über das Investment Banking und Asset Management bis zum Corporate Banking erstreckt. Das Privatbankhaus kümmert sich vornehmlich um vermögende Privatleute und um Unternehmer – und hat besonders im Wechselspiel zwischen beiden Bereichen in Personal, IT und Strukturen investiert. „Mit unserer Strategie schlagen wir die Brücke zwischen dem Unternehmer und dem Privatkunden. Viele nehmen uns als eine Bank wahr, die als Unternehmer für Unternehmen wirkt“, ergänzt der Münchner Niederlassungsleiter. „Letztendlich haben wir als Bank alle wesentlichen Dienstleistungen, die sich Vermögende und Firmenkunden wünschen – das hat uns zusätzlichen Schwung gebracht.“

Die Börsengänge, die Berenberg in den letzten Jahren begleitet hat, sind ein Beispiel dafür, wie die Bank „denkt“. Das Privatbankhaus begleitet Unternehmer intensiv bei ihren Finanzierungsgeschäften. Diese guten Erfahrungen damit geben Unternehmer oftmals an Freunde und Kunden weiter. Und sie schaffen das notwendige Vertrauen, um auch ihr privates Vermögen der Bank anzuvertrauen. „Wir gewinnen derzeit viele neue Kunden, die gerade über die Betreuung auf der Unternehmerseite sehr zufrieden waren“, unterstreicht Hans Wöll.

Berenberg hat zudem die Einstiegsgrößen erhöht: Rund eine Million Euro sollte ein Kunde schon mitbringen, um im Privatkundenbereich einsteigen zu können. Als Honorar nennt Wöll einen Betrag von 0,75 Prozent jährlich vom Depotvolumen. „Natürlich nehmen wir auch gerne Unternehmer mit niedrigeren Einstiegsgrößen – wenn sie Entwicklungspotenzial haben. In diesem Marktsegment bieten wir aber nicht die ganze Palette unserer Dienstleistungen an.“

Die Strategie kommt nicht zuletzt deshalb an, weil Berenberg auch beim Personal investiert hat. Der Anspruch passt dabei zu den Zielen: „Wir wollen die besten Berater haben.“ Die braucht eine gute Privatbank auch, denn mit Aktien und Anleihen alleine lassen sich moderne Depotstrategien nicht mehr umsetzen. Berenberg-Kunden sind auch in Private Equity, Immobilien, Derivaten, Währungen oder Versicherungen investiert. Gut diversifizieren lassen sich Depots schließlich nur, wenn die Berater sich in diesen Märkten tatsächlich auskennen. Für die Region München hat Hans Wöll daher noch einiges vor: „Wir wollen unseren Kunden als kompetenter Ansprechpartner in allen Fragen zur Verfügung stehen, die Einfluss auf ihr Vermögen haben. Mit diesem ganzheitlichen Ansatz haben wir großes Potenzial in Bayern, denn viele Wettbewerber betreiben ein eher eindimensionales Geschäft.“

von José Macias

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