Privathaushalte: Über vier Millionen Schwarzarbeiter

Berlin - Trotz aller Gesetzesinitiativen zur Eindämmung der Schwarzarbeit arbeiten immer noch 4,3 Millionen Putzfrauen oder andere Hilfen schwarz in Privathaushalten.

Das bestätigte die für geringfügig Beschäftigte zuständige Minijob-Zentrale in Bochum der „Welt am Sonntag“. Nach den jüngsten Zahlen der Zentrale waren Ende 2011 gerade einmal 234 000 Haushaltshilfen in Privathaushalten sozialversicherungspflichtig beschäftigt.

SPD-Fraktionsvize Hubertus Heil forderte die Bundesregierung auf, die Bürokratie beim Anmeldeverfahren abzubauen. Sinnvoll sei es, sich am Modell Frankreichs und Belgiens zu orientieren. „Dort kann man als Arbeitgeber ganz einfach Gutscheine für haushaltsnahe Dienstleistungen am Kiosk oder an der Tankstelle kaufen“, sagte Heil der Zeitung. Mit den Gutscheinen wälzten beide Seiten den Verwaltungsaufwand komplett auf die zuständige Behörde ab.

Nach Einschätzung des Instituts der deutschen Wirtschaft könnten Hunderttausende neue Stellen entstehen, wenn es gelänge, den Sektor zu legalisieren. „Erste Berechnungen zeigen, dass maximal rund 770 000 Vollzeitjobs entstehen könnten“, sagte IW-Direktor Michael Hüther dem Blatt. Würden 60 Prozent der bisher in Schwarzarbeit geleisteten Dienste legalisiert, könnte ein Bruttojahresverdienst von bis zu 13,6 Milliarden Euro erzielt werden - was erhebliche zusätzliche Einnahmen in die Steuer- und Sozialsysteme spülen würde.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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