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Minijob in der Rente: So viel dürfen Senioren maximal verdienen

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Wer trotz Rente arbeiten möchte, kann auch einen Minijob in Betracht ziehen. Doch dabei gibt es Verdienstgrenzen zu beachten. Ein Überblick.

München – Rente und trotzdem noch arbeiten? Das ist inzwischen überhaupt kein Problem mehr. Während früher die Hinzuverdienstgrenze das Zusatzeinkommen in der Rente streng reglementiert hat, so können Seniorinnen und Senioren nun so viel arbeiten, wie sie möchten. Und das ganz ohne eine Kürzung ihrer Bezüge fürchten zu müssen. Das liegt daran, dass die Hinzuverdienstgrenze für Rentner zum 1. Januar 2023 komplett aufgehoben wurde.

Minijob und Rente: So viel darf maximal verdient werden

Was jedoch schon von Bedeutung ist, sind die Sozialabgaben und Steuern. Denn wer über die Minijob-Grenze hinauskommt, muss mit Lohnsteuerabzügen rechnen und Beiträge zur Sozialversicherung bezahlen. Daher entscheiden sich Rentnerinnen und Rentner oftmals für die Ausübung eines Minijobs. Doch auch hierbei gibt es einiges zu beachten.

Das wichtigste bei einem Minijob: Der monatliche Verdienst darf die Grenze von 520 Euro nicht überschreiten. Wird der oder die Angestellte also mit dem Mindestlohn von derzeit 12 Euro bezahlt, so können monatlich gut 43 Stunden gearbeitet werden, um innerhalb der Minijob-Grenze zu bleiben. Der jährliche Höchstverdienst liegt also bei 6240 Euro.

Muss man für einen Minijob Rentenbeiträge bezahlen?

Seit der Einführung des Flexirentengesetzes im Jahr 2017 können Rentner und Rentnerinnen selbst wählen, ob sie in ihrem Minijob noch in die Rentenkasse einzahlen möchten. Wer sich dafür entscheidet, zahlt 3,6 Prozent des Gehalts in die Rentenkasse ein und erhöht damit auch seine Rente. Wer ein Jahr lang jeden Monat die 520 Euro verdient, erhöht somit seinen monatlichen Rentenanspruch um fünf Euro. Dieser neue Rentenanspruch wird dann zum 1. Juli gutgeschrieben.

Die Einzahlung ist allerdings nur möglich, wenn sich nicht in der Vergangenheit schon einmal bewusst dagegen entschieden wurde. Ist dies nicht der Fall, kann man dem Arbeitgeber formlos schriftlich mitteilen, dass man sich in die Rentenversicherung einwählen möchte („Opting-in“).

Ein älterer Herr arbeitet in einem mittelständischen Unternehmen für Maschinenbauteile
Ein Minijob trotz Rente? Das ist möglich! (Symbolfoto) © IMAGO / Andreas Prost

Minijob: Wann mehr als 520 Euro verdient werden dürfen

Was viele außerdem nicht wissen: Sollte die 520-Euro-Grenze überschritten werden, ist das nicht in jedem Fall sofort ein Problem. Es gibt nämlich eine Ausnahme. In zwei Monaten darf dieses Limit nämlich überschritten werden. Die Regel gilt für alle Minijobber – also auch für Rentner und Rentnerinnen. Einzige Voraussetzung: Die Überschreitung muss unvorhersehbar und gelegentlich sein.

Darunter fällt beispielsweise, wenn ein Kollege erkrankt und man für diesen einspringt. Die Mehrarbeit ist hier bis maximal 1040 Euro erlaubt. Dies entspricht dem doppelten Minijob-Betrag. Zweimal im Jahr können also 1040 Euro im Monat verdient werden, was ein neues jährliches Höchstlimit von 7280 Euro ergibt.

Aber Vorsicht: Wenn ein Minijobber als Urlaubsvertretung einspringt, sind die Voraussetzungen für den Mehrverdienst nicht gegeben. Dies gilt nämlich als vorhersehbar. (ph)

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