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Rentner erfindet neues Windrad: „Ertrag doppelt bis dreifach so hoch“

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Von: Bjarne Kommnick

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Ein Rentner aus Leipzig hat ein Windrad erfunden, das dreimal so viel Ertrag bringen soll wie üblich. Für den Erfinder ist das „pures Geld“.

Leipzig – In der Energiekrise wird deutlich, dass Deutschland in Sachen erneuerbaren Energie geschlafen hat, zu mindestens, wenn es darum geht, ohne Sorgen aus Atomkraft, Kohle und Gas auszusteigen, die Umwelthilfe fordert in diesem Jahr sogar, auf Weihnachtsbeleuchtung zu verzichten. Doch nun kommt dabei wortwörtlich neuer Wind in die Sache. Der Rentner und Ingenieur Horst Bendix aus Leipzig hat ein Windrad erfunden, das dreimal so viel Ertrag bringen soll wie gewöhnliche Modelle. Einen ersten Prototyp für den Vorreiter von grüner Energie präsentiert er bereits in seinem Garten, berichtet kreiszeitung.de.

StadtLeipzig
Fläche297,6 km²
Bevölkerung587.857
BürgermeisterBurkhard Jung

Effizienter als herkömmliche Modelle: Rentner erfindet neues Windrad

Häufig ist die Energiewende ein Thema der jungen Generation. Doch mit 92-Jahren will auch Bendix, auch wenn er bereits seit 1995 im Ruhestand ist, nochmal etwas bewegen. Deshalb hat er ein Windrad konstruiert, das deutlich effizienter und leistungsfähiger sein soll als die Modelle, die derzeit in Benutzung sind. Auch das Patent habe er sich dafür bereits gesichert, ein erster Mini-Prototyp steht bereits in seinem Garten. Doch für den Erfolg seiner Erfindung gilt: Je größer, desto besser. Zuletzt machte auch eine Frau auf sich aufmerksam, die ihren Verbrenner zu einem Elektroauto umgebaut hat, ähnlich wie ein 18-jähriger Junge, der ein Motorrad entwickelt hat, das mit Salzwasser fährt.

Neues Windrad soll Höhenwind nutzen – für deutliche größere Energieausbeute

Denn das Windrad von Bendix zielt vor allem darauf, den Höhenwind für sich zu nutzen. In der Praxis würde das bedeuten, noch größere Windräder zu bauen als es bereits getan wird. Doch die derzeitige Konstruktion würde bereits langsam an ihr Limit kommen. Deshalb würde wertvolles Potenzial an Energie verschenkt werden, sagt für Bendix. Darum könnte die Erfindung des Rentners „pures Geld“ einbringen: Weil sie mehr und stärkeren Wind nutzen können soll – und somit wesentlich mehr Energieausbeute liefern soll.

Rentner erfindet neues Windrad: Nabenhöhe ab 200 Meter für mehr Ertrag

Das Konstrukt von Bendix habe insbesondere Stabilität im Fokus. Ziel sei es, dass Windräder in Höhen über 200 Meter Energie sammeln sollen. Bisher sei das nicht möglich: „An der Windenergieanlage wirkt der Wind auf den Rotor mit einer erheblichen Kraft, mit vielen Tonnen. Der Turm biegt sich dadurch durch und muss dieser Biegung widerstehen und verlangt ein großes Widerstandsmoment über dem Boden.“

Mit so einer großen Anlage in so großer Nabenhöhe kann ich jenseits von 20 bis 30 Gigawattstunden pro Jahr ernten. Mit einer herkömmlichen zum Beispiel zehn.

Windenergie-Experte Falk Zeuner über das von Rentner Horst Bendix entwickelte neue Windrad

Deshalb stehe sein Windrad auch auf drei Stützen und einem massiven Fundament, die für mehr Sicherheit sorgen sollen. Außerdem sei der Generator am Fuß des Windrads befestigt, während bei den jetzigen Windrädern die Generatoren direkt an den Rotorblättern liegen. „Die neue Binnenwindanlage mit der Nabenhöhe ab 200 Meter kann den Bedarf an grüner Energie mit 20 Prozent der bisher üblichen Standorte decken“, so Bendix.

Windrad-Rentner hat als Ingenieur bereits 60 Neu- und Weiterentwickelt konzipiert

Sein Wunsch ist, dass er noch miterlebt, wie ein erstes Windrad seiner Art letzten Endes auch in Betrieb genommen wird. Die Chancen dafür scheinen jedoch gutzustehen, immerhin war Bendix als Ingenieur international mit 60 Neu- und Weiterentwicklungen erfolgreich. Nun erfindet er, um drohende Krisen zu verhindern. Damit ist er nicht alleine, im Kampf gegen Durst und Dürre ist es Wissenschaftlern sogar gelungen, Trinkwasser aus der Luft zu filtern.

Windenergie-Experte unterstützt neues Windrad: „Wesentlich mehr Ertrag“

Auch Experten halten viel von seiner Erfindung. Der Windenergie-Experte Falk Zeuner erklärte gegenüber dem „mdr“: „Mit so einer großen Anlage in so großer Nabenhöhe kann ich jenseits von 20 bis 30 Gigawattstunden pro Jahr ernten. Mit einer herkömmlichen zum Beispiel zehn.“ Der Ertrag könnte demnach „doppelt bis dreifach so hoch“ sein, wie bei bisher genutzten Windrädern. Mit seiner Konstruktion sei es problemlos möglich, „dass ich problemlos in höhere Regionen vordringen kann, wo wesentlich mehr Wind ist. Und das wiederum bedeutet wesentlich mehr Ertrag“, so Zeulner.

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