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Ölmarkt: Rosneft rechnet mit weiterem Preisverfall

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Generell stehe der Markt wegen des gesunkenen Ölpreises vor einer großen Neuaufteilung, glaubt der Rosneft-Chef. Foto: Yuri Kochetkov

Moskau/New York - Wirtschaft und Verbraucher können sich auf weiter sinkende Ölpreise einstellen. Der größte russische Ölkonzern Rosneft rechnet mit einem Rückgang der Ölpreise auf 60 Dollar je Barrel (159 Liter).

Derzeit bewegen sie sich um die 70 Dollar. Nach der Opec-Entscheidung vom Donnerstag, unverändert viel Öl in den Markt zu pumpen, waren die Ölpreise um rund fünf Dollar je Fass abgestürzt. Am Freitag legte der Ölmarkt dann eine Verschnaufpause ein.

Das große Ölförderland Russland ist besonders vom Preisverfall betroffen. "Wir erwarten, dass es einen Preisverfall bis 60 Dollar und darunter geben kann - aber im Verlauf des ersten Halbjahres oder eher zum Ende des ersten Halbjahres hin", sagte Rosneft-Chef Igor Setschin der "Börsen-Zeitung" und der "Welt" (Freitag).

Rosneft habe für diesen Fall genug Reserven, müsse dann aber gewisse teure Projekte schieben. Generell stehe der Markt wegen des gesunkenen Ölpreises vor einer großen Neuaufteilung, glaubt der Chef des Staatsunternehmens. "Manche Unternehmen werden natürlich einen lange Zeit tiefen Ölpreis nicht aushalten."

Vor allem die mächtigen Ölscheichs Saudi-Arabiens und der übrigen Golfstaaten setzten sich beim der Treffen der Organisation erdölexportierenden Länder (Opec) am Donnerstag in Genf durch. Sie wollen weiter ihre Fördermengen in den Markt drücken.

Das wird nach Ansicht von Experten die Preise weiter sinken lassen. Das könnte den Ölboom in den USA durch die teure Frackingförderung bremsen. Viel schwerer trifft der rasante Preisrückgang Länder, die auf die Öleinnahmen angewiesen sind, wie Russland und Venezuela. Russland hatte selbst eingestanden, dass es bereits durch den bisherigen Preisfall 90 bis 100 Milliarden Dollar (80 Mrd Euro) verliert.

Der Ölpreis dürfte so lange fallen, bis eine steigende Nachfrage und ein fallendes Angebot außerhalb der OPEC dafür sorgen, dass das Überangebot am Markt verschwindet, meinen die Ölexperten der Commerzbank. "Anstatt wie früher mit einer Anpassung des Angebots die Marktbilanz wieder ins Gleichgewicht zu bringen, setzt die Opec auf die Kraft des Marktes", so die Einschätzung der Rohstoffexperten.

dpa

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