RWE kann Ölfördertochter Dea nach Zitterpartie doch verkaufen

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Vor allem Großbritannien hatte sich vor dem Verkauf wegen der Sanktionen gegen Russland im Zuge der Ukraine-Krise quergestellt. Foto: Angelika Warmuth

Essen (dpa) - Befreiungsschlag für RWE: Der hochverschuldete Energiekonzern hat den milliardenschweren Verkauf seiner Öl- und Gasfördertochter Dea an den russischen Oligarchen Michail Fridman gerettet.

Nach langer Zitterpartie fanden beide Seiten einen Weg, das Geschäft trotz Bedenken der britischen Regierung doch noch umzusetzen, wie beide Seiten am Freitag mitteilten. Bis Anfang März soll das Geschäft abgeschlossen sein. Der Kaufpreis liegt mit rund fünf Milliarden Euro nur leicht unter dem ursprünglich vereinbarten Preis. RWE braucht das Geld dringend zum Abbau seiner Schulden.

Zuletzt war die Sorge immer größer geworden, dass das ursprünglich schon vor fast einem Jahr beschlossene Geschäft platzen könnte. Vor allem Großbritannien, wo Dea im Meer nach Öl und Gas bohrt, wollte angesichts des sich zuspitzenden Konflikts mit Russland dem Deal bislang nicht zustimmen. Hinzu kam der Verfall des Ölpreises, der die Dea-Übernahme für Fridman und die von ihm kontrollierte LetterOne-Gruppe weniger attraktiv macht.

Nach Angaben von RWE muss jetzt nur noch der eigene Aufsichtsrat zustimmen. Scheitern könnte der Deal demnach nur noch daran, dass sich bis zum endgültigen Vollzug eine Katastrophe bei den Förderprojekten ereignet. Kartellrechtliche Genehmigungen liegen einem Sprecher zufolge schon vor.

Beide Seiten passten die Struktur der Übernahme nun so an, dass das Geschäft auch ohne formelle Zustimmung aus London abgeschlossen werden kann. LetterOne verpflichtet sich dabei, das britische Dea-Geschäft für mehrere Jahre getrennt von den restlichen RWE Dea-Aktivitäten zu führen. Es wird in eine niederländische Stiftung ausgelagert. Dea betreibt zudem große Förderprojekte vor der deutschen und norwegischen Küste sowie in Nordafrika.

Wegen der Energiewende ist RWE in eine schwere Krise gerutscht. Die Gewinne brechen ein. In dieser Situation sind die Schulden von rund 30 Milliarden Euro zu einem großen Problem geworden. Während Konkurrent Eon inzwischen einen radikalen Umbruch vorbereitet und das gesamte Geschäft mit der Erzeugung von Strom aus Kohle, Gas und Atom ausgliedert, hält RWE am traditionellen Geschäftsmodell fest. Die Essener wollen im Strombereich weiter alles vom der Erzeugung bis zum Vertrieb aus einer Hand anbieten.

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