Von Mercedes überholt

BMW schaltet auf Angriff - Produktoffensive soll Schub geben

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BMW-Chef Harald Krüger muss den Spitzenrang unter den deutschen Luxus-Herstellern an Mercedes abgeben.

München - Nach elf Jahren an der Spitze ist BMW von Mercedes überholt worden. Der Münchner Autobauer kündigte eine große Modelloffensive mit Luxusmodellen und Elektroantrieb quer durch alle Baureihen an. Und hatte noch ein Schmankerl für die Börse.

Der Autobauer BMW will Mercedes die Spitzenposition in der Oberklasse so schnell wie möglich wieder abjagen. „Wir schalten jetzt auf Angriff. Wir starten die größte Modelloffensive unserer Geschichte“, sagte BMW-Vorstandschef Harald Krüger am Dienstag auf der Bilanzpressekonferenz in München. Für das laufende Jahr stellte er einen leichten Zuwachs bei Absatz, Umsatz und Gewinn in Aussicht. Das wäre das achte Rekordergebnis in Folge.

Der BMW-Konzern verkaufte im vergangenen Jahr 2,4 Millionen Autos der Marken BMW, Mini und Rolls-Royce - darunter gut 2 Millionen Fahrzeuge der Marke BMW -, wurde im direkten Markenvergleich nach elf Jahren an der Spitze aber von Mercedes überholt. Der Gewinn stieg um 8 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro. Ein Drittel davon soll als Dividende an die Aktionäre ausgeschüttet werden.

Krüger: "Wir verjüngen unser gesamtes Portfolio"

Krüger kündigte höhere Investitionen und bis Ende nächsten Jahres über 40 neue und überarbeitete Automodelle an: „Wir verjüngen unser gesamtes Portfolio.“ Für einen erfolgreichen Auftakt habe im Februar der neue 5er gesorgt - nach Stückzahl und Rendite mit das wichtigste BMW-Modell. Im Laufe des Jahres sollen X3, Mini Countryman und Rolls Royce Phantom folgen, nächstes Jahr ein X2 und der neue Luxus-SUV X7. Im besonders rentablen oberen Luxussegment wolle er die Verkaufszahlen in den nächsten Jahren deutlich steigern, sagte Krüger.

Eine konkrete Jahreszahl, wann BMW mit seiner Stammmarke den Stuttgarter Rivalen wieder überholen kann, wollten die BMW-Manager nicht nennen. Im vergangenen Jahr sank die Umsatzrendite vor Zinsen und Steuern im Kerngeschäft Autobau von 9,2 auf 8,9 Prozent. Seit mehreren Jahren geht die vielbeachtete Rendite zurück, die Modelle werden im Schnitt zunehmend älter.

BMW will Angebot an reinen Elektro-Autos und Plug-in-Hybriden vergrößern

Zugleich will BMW sein Angebot an reinen Elektro-Autos und Plug-in-Hybriden rasch vergrößern. Krüger will dieses Jahr mindestens 100 000 elektrifizierte Autos verkaufen - rund fünf Prozent des gesamten Absatzes - und diesen Anteil bis 2025 auf mindestens 15 Prozent steigern. Der Batterieantrieb komme in allen wichtigen Baureihen. Der Elektro-Mini 2019 und der Elektro-SUV X3 im Jahr darauf „geben den Startschuss für unsere zweite Welle der Elektrifizierung“, sagte Krüger. Kein Wettbewerber habe auf diesem Gebiet eine höhere Eigenleistung. 2025 werde BMW auch Fahrzeuge mit Brennstoffzelle anbieten. Ob die E-Autos am Markt zum Erfolg werden, entschieden aber die Kunden und auch die Gesetzgeber.

BMW wandle sich auch zunehmend vom Autobauer zum umfassenden Mobilitäts-Dienstleister. „Für uns beginnt 2017 eine neue Zeitrechnung“, sagte Krüger. Der von BMW und dem Autovermieter Sixt zusammen betriebene Leihwagen-Anbieter DriveNow habe 800.000 Kunden. Man spreche aber auch mit anderen Partnern, sagte BMW-Vorstand Peter Schwarzenbauer. Mit Autoverkäufen habe BMW heute 30 Millionen Kunden erreicht, mit Dienstleistungen strebe der Konzern bis 2025 Kontakt zu 100 Millionen Kunden an.

In den USA erwartet BMW nach einem deutlichen Einbruch im laufenden Jahr wieder einen leichten Zuwachs. Der neue Finanzvorstand Nicolas Peter warnte aber vor Rabattschlachten: „Profitabilität ist wichtiger als ein reines Volumenrennen.“

Krüger sagte, BMW wolle die Nummer eins im Premiumsegment sein. Dazu gehörten neben Absatzzahlen auch Innovationsführerschaft, Markenwert und Profitabilität. „Wer das Rennen um die Technologieführerschaft gewinnt, ist für mich ganz wichtig“, sagte er.

Großbritannien bleibe ein wichtiger Standort, der Mini werde auch in den Niederlanden gefertigt, die Produktion sei flexibel, sagte Krüger. Bis mehr Klarheit über den Brexit herrsche, werde es noch lange dauern, sagte Vertriebschef Ian Robertson.

dpa

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