Was man heuer noch tun kann

So schenken Sie dem Fiskus keinen Cent!

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Durch die Hochzeit ändert sich die Steuerklasse.

München - Kurz vor Jahresende ist der richtige Zeitpunkt, um sich noch einmal mit der Steuer zu beschäftigen. Die tz zeigt, wie sie mit ein paar Tricks bis Silvester noch einen Batzen Geld sparen können:

Warum sollen nur große Konzerne auf schlaue Steuersparmodelle kommen, schließlich haben Normalverdiener auch nichts zu verschenken! Die gute Nachricht: Sie brauchen Ihr Geld dafür noch nicht einmal nach Luxemburg zu bringen. Trotzdem ist das Ganze mit ein wenig Papierkram verbunden. Doch der lohnt sich: Wenn Sie erst mal Ihre Belege aus diesem Jahr durchforstet haben, sehen Sie schnell, wo Sie noch Spielraum haben und wo Sie schon am Höchstbetrag kratzen. Echte Sparfüchse sehen dann, ob es sich lohnt, ohnehin anfallende Kosten noch in diesem Jahr zu begleichen oder ins nächste Jahr zu verschieben.

Handwerkerarbeiten

Ein Rollo muss ausgetauscht, das Bad neu gefliest oder das Wohnzimmer neu gestrichen werden. Das kostet Geld – aber es mindert auch die Steuer. Denn das Finanzamt erkennt Handwerkerkosten von bis zu 6000 Euro im Jahr an – dafür gibt es einen Steuerrabatt von 20 Prozent! Jetzt heißt es also rechnen: Wer die 6000 Euro bisher noch nicht investierte, kann notwendige Reparaturen noch in diesem Jahr durchführen lassen. Doch obacht: Über 6000 Euro sollten Steuerzahler besser nicht kommen. Wer sein Limit schon ausgeschöpft hat, sollte die Handwerker erst wieder ab Januar 2015 anrollen lassen – dann wird alles wieder auf Null gestellt. Bei einer größeren Renovierung oder sollte im kommenden Jahr eine anstehen, bei der absehbar die Höchstgrenzen überschritten werden, raten die Experten, die Bezahlung zu splitten und sie auf 2014 und 2015 zu verteilen. Wichtig: Das Finanzamt berücksichtigt nur Arbeit-, Fahrt- und Maschinenkosten, nicht aber das verbaute Material. Es lohnt sich also, genau nachzurechnen. Ein Beispiel: Kostet ein Handwerkereinsatz 3000 Euro Arbeitslohn, dann zahlt der Auftraggeber – das kann der Mieter oder Besitzer sein – 20 Prozent weniger Steuer, also 600 Euro. Außerdem sinkt der Solidaritätszuschlag um 33 Euro.

Haushaltshilfen

Für Haushaltshilfen liegt der Höchstbetrag bei 20 000 Euro! Hier lohnen sich auch Aufträge in letzter Minute fast immer. Also, wenn die Glasfassade noch mal geputzt werden muss oder der Garten winterfest gemacht werden soll, gönnen Sie sich diese Hilfe möglichst noch in diesem Jahr. Die mögliche Steuerersparnis liegt bei 20 Prozent des Auftragswerts – bei 20 000 Euro sind 4000 Euro Steuerersparnis drin!

Kinderbetreuung

Die lieben Kleinen sind eine Freude – und müssen doch immer mal wieder betreut werden. Die Kosten dafür können Eltern am Ende des Jahres beim Finanzamt geltend machen. Dabei geht es um Rechnungen für die Kinderfrau, den Tagesvater oder den Kindergarten für Kinder unter 14 Jahren. Der Höchstbetrag liegt wiederum bei 6000 Euro im Jahr. Zwei Drittel der Kosten gelten dabei als Sonderausgaben. Wie bei Handwerkern und Haushaltsdienstleistungen gilt für die Berechnung das Datum der Überweisung. Wer sein Limit noch nicht ausgeschöpft hat, kann also Rechnungen, die erst im kommenden Jahr fällig würden, vorziehen und bereits heuer bezahlen.

Medizin-Kosten

Bei Krankheiten können die Kosten schnell in die Höhe schießen. Zum Glück können sie sich als außergewöhnliche Belastung bei der Einkommensteuer auswirken. Der Grenzwert hierfür ist abhängig von der Höhe der Einkünfte und der Anzahl der Kinder. Er liegt zwischen einem und sieben Prozent der Gesamteinkünfte. Ein Beispiel: Für einen Alleinstehenden mit zwei Kindern und Einkünften von 30 000 Euro im Jahr liegt der zumutbare Wert bei 900 Euro, höhere Ausgaben bringen Steuervorteile. Wer jetzt knapp unter dem Grenzwert liegt, sollte mögliche Kosten vorziehen, wer unter dem Grenzwert bleibt, zahlt lieber im nächsten Jahr.

Freistellungsauftrag

Trotz niedriger Zinsen, der Staat will ran an die Kapitalerträge der Bürger. Prüfen Sie deshalb Ihre Freistellungsaufträge: Alleinstehenden steht ein pauschaler Freibetrag von jährlich 801 Euro zu – bei gemeinsam veranlagten Paaren sind es 1602 Euro. Wer bei verschiedenen Banken Freistellungsaufträge erteilt hat, muss darauf achten, die Gesamtsumme von 801 bzw. 1602 Euro nicht zu überschreiten – sonst drohen Nachfragen vom Finanzamt.

Steuerklasse prüfen

Ehepartner sollten ihre Kombination der Steuerklasse prüfen – besonders, wenn sich am Verdienst etwas geändert hat. Stichtag für den Wechsel der Kombination ist der 30. November.

Spenden

Gutes tun und damit dem Fiskus ein Schnippchen schlagen! Als Sonderausgaben können Spenden die Steuerlast senken. Dafür benötigen Sie eine gültige Spendenquittung – bei Beträgen bis 200 Euro reicht der Kontoauszug.

Riestern

Die gesetzliche Rente wird in Zukunft nicht mehr reichen, um den Lebensstandard im Alter zu halten. Für Arbeitnehmer bieten sich Riester-Verträge an – auch wegen der Steuerersparnis. Vor allem für Top-Verdiener ergibt diese Variante Sinn. Denn neben den Zulagen (154 Euro persönlich, bis zu 300 Euro pro Kind) winkt ihnen ein Steuervorteil. Der Beitrag aus Zulagen und eigenen Einzahlungen gilt nämlich als Sonderausgabe und mindert das zu versteuernde Einkommen. Und liegt der eingesparte Wert über dem Wert der Zulagen, wird er im Steuerbescheid gutgeschrieben.

Werbungskosten

Hier liegt die Pauschale bei 1000 Euro. Doch die ist häufig schon mit der Pendlerpauschale überschritten – etwa bei einem Arbeitsweg von 15 Kilometern. Dann lohnt es sich, noch Werbungskosten draufzusatteln: die Kosten für eine Fortbildung, der Kauf von Arbeitsmitteln wie Computer oder Büromaterial. Bei teuren Arbeitsmitteln ist Vorsicht geboten. Kostet das Gerät über 487,90 Euro (inkl. Mehrwertsteuer), dann gilt die Abschreibung vom Monat des Kaufs bis zum Ende der Nutzung. Bei einem Notebook veranschlagt das Finanzamt drei Jahre. Für ein 720 Euro teures Notebook berücksichtigt der Fiskus jährlich 240 Euro. Bei einem Kauf im November wären es für dieses Jahr also nur 40 Euro.

Doppelter Haushalt

Wer aus beruflichen Gründen einen Zweithaushalt führen muss, kann Kosten von bis zu 12 000 Euro im Jahr abschreiben. Wer da noch Luft hat, sollte noch vor Silvester investieren und Anschaffungen noch heuer tätigen.

Mk.

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