Schmack Biogas stellt Insolvenzantrag

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Der Biogasanlagen-Hersteller Schmack aus Schwandorf hat Insolvenzantrag gestellt.

Schwandorf - Neue Hiobsbotschaften aus der bayerischen Wirtschaft: Der Biogasanlagen-Hersteller Schmack aus Schwandorf in der Oberpfalz hat wegen drohender Zahlungsunfähigkeit Insolvenzantrag gestellt.

Damit stehen nach dem Kahlschlag bei dem Versandhändler Quelle in Franken auch in der Oberpfalz zahlreiche Beschäftigte vor einer ungewissen Zukunft. Ende Juni beschäftigte das Unternehmen in Schwandorf und an anderen Standorten rund 470 Mitarbeiter.

Schmack Biogas war nach jahrelangen Verlusten das Geld ausgegangen. Trotz intensiver Verhandlungen mit Banken und Investoren habe keine Einigung über die Finanzierung der Schmack-Biogas-Gruppe erzielt werden können, teilte das Unternehmen mit. Die Banken hätten einen dringend benötigten Kredit nicht genehmigt. “Obwohl es operativ Fortschritte gab, haben sich die Banken quergestellt“, sagte ein Sprecher.

Der Vorstand strebe nun die Fortführung des Unternehmens in Eigenverwaltung und die Sanierung durch ein Insolvenzplanverfahren an. Der Auftragsbestand sei gut, betonte der Sprecher. Schmack Biogas galt als eines der Vorzeigeunternehmen Bayerns und war in den vergangenen Jahren mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet worden. In den Biogasanlagen wird aus Mais oder Gülle Gas gewonnen, das dann zur Erzeugung von Strom und Wärme genutzt wird. Beim Bau der Anlagen arbeitete Schmack unter anderem mit E.ON und RWE zusammen. Erst im vergangenen Jahr hatte Schmack zusammen mit E.ON in Schwandorf die größte europäische Biogas-Anlage in Betrieb genommen.

Dennoch steckte das Unternehmen seit Jahren in den roten Zahlen. Im ersten Halbjahr 2009 verbuchte Schmack bei einem Umsatz von rund 42 Millionen Euro vor Zinsen und Steuern einen Verlust von 8,3 Millionen Euro. Die akuten finanziellen Probleme hätten sich aber erst in den vergangenen Wochen gezeigt, sagte der Sprecher.

dpa

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