Sarkastische Bewerbung

Semmel-Streit: Dorfbäcker legt sich mit Lidl an

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Ein Bäcker aus der Lausitz macht seinem Ärger gegen Lidl Luft.

Kubschütz - Bissige Worte eines Bäckers bekommt der Discounter Lidl zu spüren. Der schickt via Facebook eine sarkastische Bewerbung und hat damit großen Erfolg.

Mit der neuen Produktoffensive von Discounter Lidl nicht ganz zufrieden ist ein Bäcker aus Kubschütz (Sachsen). Mit einer sarkastischen Bewerbung auf Facebook hat dieser seiner Wut nun Luft gemacht. Dort postete er am Donnerstag ein Bild von seinem Schreiben, in dem er sich aus seinem kleinen eigenen "und damit rückschrittlichen" Betrieb bei Lidl bewirbt.

In der ganzen Bewerbung merkbar ist die Verärgerung, welche die Kampagne "Was ist ein gutes Lebensmittel" bei ihm hervorgerufen hat. Sobald diese "mehr als 50 Prozent unserer jetzigen Kundschaft überzeugt" habe, stehe er dem Unternehmen zur Verfügung, so die nicht wirklich ernst gemeinten Worte von Bäcker Stefan Richter. In der Begründung, wie er auf seine angestrebte neue Stelle aufmerksam geworden ist, hebt der Bäckermeister den Lidl'schen Verzicht auf "handwerkliche Expertise" und aufwändige Zubereitung der Produkte hervor. Sarkastisch lobt er die "einzig und allein an der Sortimentsbreite" orientierte Fokussierung des Unternehmens und das gute Qualität eben nur an gutem Preis erkennbar sei.

Richter berichtet, dass es schon jetzt bei ihm Kunden gebe, die ihm begeistert vom Backangebot bei dem Discounter berichten. Die Tatsache, dass "Kostenersparnis auch zu besserem Brot führe", wird besonders hervorgehoben. In der Facebook-Bewerbung wird auch die marktdiktierende Stellung, die internationale Ausrichtung und die weitgehende Automatisierung des Herstellungsprozesses bei Lidl gelobt. Richter kennt, was seinen zukünftigen Arbeitsplatz betrifft - ebenso wie der von ihm angeprangerte Discounter -, keinerlei Grenzen: Egal ob "Österreich, Belgien, Frankreich, die Niederlande oder auch China - warum nicht?"

Schon jetzt wehmütig erinnert sich der Bäckermeister an den "Geruch von frisch gebackenem Brot" sowie den direkten Kontakt mit Kunden und dem "Produkt seiner Arbeit", allerdings seien Laborproben und Rechtsabteilung ja ein adäquater Ersatz.

Doch bei all dem guten Brot, was es bei Lidl gibt, macht eine Sache dem Sachsen Hoffnung: "Privat kann ich sicher auch etwas anderes essen, als das, was ich bei ihnen produziert habe."

bix

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