Durchwachsenes Ergebnis

Siemens legt Quartalszahlen vor

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Siemens-Chef Peter Löscher.

München - Siemens-Chef Löscher kommt mit einem kleineren Quartalsgewinn und weniger neuen Aufträgen zur Aktionärsversammlung in München. Aber er gibt sich selbstbewusst und kündigt bessere Zahlen für 2014 an.

Siemens ist mit einem Gewinnrückgang in sein neues Geschäftsjahr gestartet. Unmittelbar vor Beginn der Siemens-Hauptversammlung am Mittwoch in München kündigte Vorstandschef Peter Löscher eine schwierige Wegstrecke ein. „Auch für den weiteren Jahresverlauf erwarten wir von der Weltwirtschaft keinen Rückenwind“, sagte Löscher. Er bekräftigte aber die Jahresziele. Seine volle Aufmerksamkeit richte der Vorstand jetzt auf das Sparprogramm, mit dem Siemens nächstes Jahr beim Profit wieder auf Augenhöhe mit der Konkurrenz kommen will.

Im ersten Quartal des Siemens-Geschäftsjahres von Oktober bis Dezember fiel der Gewinn um 12 Prozent auf 1,214 Milliarden Euro. Der Umsatz legte dank eines noch guten Auftragspolsters zwar leicht auf 18,1 Milliarden Euro zu. Aber erneut drückten Sonderbelastungen das Ergebnis. Die verspätete Auslieferung von ICE-Zügen an die Deutsche Bahn kostete Siemens 116 Millionen Euro, bei der Solarsparte fielen wegen weiterer Abschreibungen sogar 150 Millionen Euro Verlust an. Hier seien weitere Belastungen im Jahresverlauf nicht auszuschließen, sagte Finanzchef Joe Kaeser.

Sehr gut und hoch profitabel lief das Geschäft mit Gasturbinen sowie in der Medizintechnik, wo jetzt die Früchte eines früheren Umbauprogramms geerntet werden. Diese beiden Zweige allein machten jeweils gut eine halbe Milliarde Euro Gewinn. Das Industriegeschäft litt dagegen darunter, dass viele Unternehmen Investitionen auf Eis gelegt haben. Hier sei eher ein Trend nach unten zu erwarten, sagte Kaeser. China werde frühestens ab Sommer wieder eine Hilfe sein. Der Auftragseingang lag erstmals seit drei Quartalen wieder über dem Umsatz, blieb allerdings hinter dem Vorjahresquartal zurück.

So viel kassierten die Bosse der Dax-Konzerne 2011

Sie wollten immer schon wissen, was Deutschlands mächtigste Bosse verdienen? Klicken Sie sich durch und sehen Sie, wieviel die Konzernlenker der 30 Dax-Unternehmen kassieren. Die Zahlen stellen die Verdienste inklusive langfristiger Vergütungsbestandteile im Jahr 2011 dar. Quellen sind das manager magazin, die Humboldt Universität und das Statistische Bundesamt. © dpa
30 Martin Blessing (Commerzbank) 500.000 € © dpa
29 Thomas-B. Quaas (Beiersdorf) 1.649.000 € © dpa
28 Norbert Steiner (K+S) 2.217.000 € © dpa
27 Dr. Georg Pachta-Reyhofen (MAN) 2.626.000 € © dpa
26 Christoph Franz (Lufthansa) 2.798.000 € © dpa
25 Dr. Eckhard Cordes (Metro) 3.152.000 € © dpa
24 Ulf Schneider (Fresenius SE) 3.234.000 € © dpa
23 René Obermann (Deutsche Telekom) 3.237.000 € © dpa
22 Reto Francioni (Deutsche Börse) 3.536.000 € © dpa
21 Dr. Nikolaus von Bomhard (Münchener Rück) 3.625.000 € © dpa
20 Dr. Ben Lipps (FMC) 3.628.000 € © dpa
19 Peter Bauer (Infineon) 3.680.000 € © dapd
18 Dr. Bernd Scheifele (Heidelberg Cement) 3.757.000 € © dpa
17 Karl-Ludwig Kley (Merck) 4.200.00 € © dapd
16 Michael Diekmann (Allianz) 4.386.000 € © dpa
15 Marijn Dekkers (Bayer) 4.418.000 € © dpa
14 Dr. Johannes Teyssen (E.ON) 4.515.000 € © dpa
13 Kurt Bock (BASF) 4.749.000 € © dpa
12 Heinrich Hiesinger (ThyssenKrupp) 5.026.000 € © dpa
11 Dr. Frank Appel (Deutsche Post) 5.221.000 € © dpa
10 Kasper Rorsted (Henkel) 5.410.000 € © dpa
9 Herbert Hainer (Adidas) 5.940.000 € © dpa
8 Dr. Norbert Reithofer (BMW) 6.134.000 € © dpa
7 Dr. Jürgen Großmann (RWE) 6.408.000 € © dpa
6 Bill McDermott/ Jim Hagemann Snabe (SAP) 6.588.000 € © dpa
5 Prof. Dr. Wolfgang Reitzle (Linde) 6.741.000 € © dpa
4 Peter Löscher (Siemens) 8.623.000 € © dpa
3 Dr. Dieter Zetsche (Daimler) 8.654.000 € © dpa
2 Dr. Josef Ackermann (Deutsche Bank) 9.355.000 € © dpa
1 Prof. Dr. Martin Winterkorn (Volkswagen) 17.456.000 € © dpa

Der große Siemens-Konkurrent General Electric (GE) hatte Umsatz, Gewinn und Auftragseingang im selben Quartal gesteigert. Löscher sagte, Siemens habe seit 2011 unzweifelhaft an Boden verloren und werde jetzt wieder aufholen. Zur gewachsenen Kritik an der Rendite und an seiner Führung sagte er: „Siemens ist erfolgreich unterwegs, und ich bin ruhig und gelassen, und das Führungsteam ist geschlossen.“

Mit Stellenabbau und Einsparungen von sechs Milliarden Euro will Löscher die Gewinnmarge bis 2014 von 9,5 wieder auf 12 Prozent erhöhen. Das Programm kostete im ersten Quartal lediglich 50 Millionen Euro, bis September sollen aber weitere 950 Millionen Euro Belastung dazukommen.

Löscher bekräftigte die Prognose, wonach Siemens im laufenden Geschäftsjahr mit einem Rückgang des Gewinns aus fortgeführtem Geschäft von 5,2 Milliarden auf 4,5 bis 5,0 Milliarden rechnet. Der Umsatz soll bei gut 78 Milliarden Euro stagnieren, der Auftragseingang von zuletzt noch 76,9 Milliarden Euro moderat steigen.

Osram machte im abgelaufenen Quartal fast 80 Millionen Euro Gewinn. Die Hauptversammlung sollte am Nachmittag über die Abspaltung der Lichtsparte und die Ausgabe von gut 80 Prozent der Osram-Aktien an die Siemens-Aktionäre abstimmen. Das Unternehmen soll voraussichtlich ab Sommer an der Börse gelistet werden.

Ein Lichtblick bot der Telefonnetz-Ausrüster Nokia Siemens Networks (NSN), der nach einer langen Durststrecke mit roten Zahlen 50 Millionen Euro Gewinn beisteuerte. Für drei Geschäftszweige, die Siemens rasch verkaufen will - Wasseraufbereitung, Gepäck- und Postsortieranlagen - gebe es konkrete Interessenten, sagte Kaeser.

dpa

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