Siemens verklagt Ex-Manager auf 20 Millionen

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Siemens klagt gegen zwei ehemalige Vorstandsmitglieder.

München - Die beiden Ex-Siemens-Vorstände Heinz-Joachim Neubürger und Thomas Ganswindt könnte ihr Widerstand gegen Schadenersatzforderungen ihres früheren Arbeitgebers teuer zu stehen kommen.

Wegen des milliardenschweren Schmiergeldskandals verlangt der Konzern von Neubürger 15 Millionen Euro und von Ganswindt 5 Millionen Euro Schadenersatz und damit jeweils ein Vielfaches der bisherigen Forderungen. Entsprechende Klagen seien am Montag vor dem Landgericht München eingereicht worden, teilte Siemens mit. Zusammen sollen Neubürger und Ganswindt damit etwa ebenso viel zahlen, wie alle übrigen neun ehemaligen Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder, mit denen sich Siemens bereits geeinigt hatte.

Bisher hatte Siemens von dem früheren Finanzvorstand Neubürger vier Millionen Euro und von dem ehemals für den Telekommunikationsbereich zuständigen Ganswindt eine Million Euro gefordert und bereits Klagen angedroht, weil sie nicht einlenken. Die Frist dafür lief am Montag aus. Gegen beide ehemaligen Vorstände laufen auch strafrechtliche Ermittlungen der Staatsanwaltschaft München.

Der Korruptionsskandal hatte den Konzern in seine bisher schwerste Krise gestürzt. Neubürger war von 1998 bis 2006 Finanzvorstand bei Siemens, Ganswindt saß von 2004 bis 2006 im Vorstand des Unternehmens. Im früheren Bereich Telekommunikation hatte der Schmiergeld-Skandal seinen Anfang genommen. Mit den Schadenersatzforderungen sollen die ehemaligen Manager zumindest einen symbolischen Ausgleich für den Milliarden-Schaden durch den Skandal leisten. Siemens wirft seiner früheren Führungsspitze vor, bei den Geschäften des Unternehmens nicht genau genug hingeschaut zu haben. Dadurch sollen sie das System aus schwarzen Kassen begünstigt haben, über das über Jahre hinweg rund 1,3 Milliarden Euro an Schmiergeld zur Erlangung von Auslandsaufträgen geflossen sein sollen.

Für die Vergleichsvereinbarung mit den anderen betroffenen Ex- Managern muss die Hauptversammlung an diesem Dienstag (26. Januar) noch grünes Licht geben. Die Aufarbeitung des Skandals bei dem Unternehmen wäre damit weitgehend abgeschlossen.

Nach den bereits bestehenden Einigungen zahlt der frühere Konzernchef Heinrich von Pierer mit fünf Millionen Euro die bisher höchste Summe, ursprünglich hatte Siemens sechs Millionen Euro von ihm gefordert. Der bisher zweithöchste Betrag entfällt mit vier Millionen Euro auf Uriel Sharef, danach folgen Jürgen Radomski und Johannes Feldmayer mit jeweils drei Millionen. Pierers einstiger Nachfolger als Konzernchef, Klaus Kleinfeld, zahlt den Vereinbarungen zufolge zwei Millionen und der frühere Aufsichtsratschef Karl Hermann Baumann eine Million Euro. Die Ex-Vorstände Klaus Wucherer, Rudi Lamprecht und Edward Krubasik hatten sich zur Zahlung von jeweils 500 000 Euro bereiterklärt. Damit ergibt sich aus den bisherigen Vereinbarungen eine Summe von 19,5 Millionen Euro. Die jeweiligen bemaß Siemens neben dem Einkommen der Betroffenen auch an ihren Pensionsansprüchen.

dpa

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