Lohntabelle für 96 Berufe

Großer Vergleich: So viel verdienen die Deutschen

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München - Von der Abteilungssekretärin bis zum Zimmerer - hier erfahren Sie, was die Deutschen verdienen! Die tz hat eine Stiftung 96 Berufe auswerten lassen und auch die Gehälter zwischen Männern und Frauen verglichen.

Die große Lohntabelle (VERGRÖßERUNG).

Seit 2004 sammelt das WSI-Tarifarchiv der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung mit seinem Gehaltsportal www.lohnspiegel.de Informationen, was die Deutschen in 354 Berufen und Tätigkeiten tatsächlich verdienen. Auf dem Portal kann man nachschauen, wie viel man wo verdient, aber auch sein eigenes Einkommen eingeben. Zum Jahresbeginn hat die Stiftung für die tz dendurchschnittlichen Monatsbrutto-Verdienst von Frauen und Männern in 96 ausgewählten Berufen ausgewertet: Ergebnis: Noch immer werden Frauen finanziell benachteiligt. Und manche Bereiche mit großem Personalmangel, wie Pflegeberufe, werden in der Praxis erstaunlich schlecht bezahlt.

Insgesamt zieht Dr. Reinhard Bispinck, Leiter des WSI-Tarifarchivs, eine positive Bilanz: „Mit dem Lohnspiegel haben wir realistische Werte, was die Bundesdeutschen wirklich verdienen, da viele Betriebe nicht mehr tarifgebunden sind oder sich nicht immer daran halten“, berichtet der Wissenschaftler der tz. Alleine 2012 haben 1,3 Millionen Menschen die Website besucht – im Schnitt 3500 am Tag. Knapp 20 000 von ihnen haben den Fragebogen nach Gehalt und Berufserfahrung eingegeben.

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Die Acht-Jahres-Bilanz: „Von 2004 bis 2010 sind die Realeinkommen praktisch nicht gestiegen. Erst in den vergangenen zwei Jahren gab es wieder deutliche Gehaltserhöhungen“, sagt Bispinck. Was ihm Sorgen macht: Die weiter hohen Lohn- und Gehalts-Unterschiede von Frauen und Männern. Bispinck: „Während die Unterschiede in anderen EU- Ländern deutlich geringer sind oder im Laufe der Zeit geringer wurden, verharren sie in Deutschland durchschnittlich bei 23 Prozent. Das bestätigen auch die offiziellen Statistiken des europäischen Statistikamtes Eurostat.“ Weil besonders viele Frauen im Niedriglohnbereich arbeiten, wäre für Bispinck als Lösung die Einführung von Mindestlöhnen nötig. Außerdem wäre es wichtig, dass wieder mehr Betriebe einer Tarifbindung unterliegen.

Karl-Heinz Dix

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