Sparkasse: Dreikampf um Strötgen-Erbe

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Wer tritt in seine Fußstapfen? Sparkassen-Vorstandschef Harald Strötgen hört 2013 auf.

München - Fünf Tage nach dem CL-Finale steht in München das nächste große Finale an. Diesmal geht es zwar nicht um Fußball, gleichwohl aber um die Zukunft der „Roten“: Bei der Stadtsparkasse kämpfen drei Finalisten um den Titel des neuen Vorstandsvorsitzenden.

„Allesamt Hochkaräter“, wie Oberbürgermeister Christian Ude (SPD) betont. Als Verwaltungsratsvorsitzender von Bayerns größter Sparkasse ist Ude eine Art Oberschiedsrichter. Ab 15 Uhr wird er gemeinsam mit zehn Kollegen entscheiden, wer den Dreikampf um das Erbe von Vorstandschef Harald Strötgen gewinnt. Der 65-Jährige geht Ende nächsten Jahres in den Ruhestand.

Schon jetzt steht fest: „Eine Frau ist leider nicht in die engere Wahl gekommen“, so Ude. Das bedauert der OB, weil er bekanntermaßen ein Frauenförderer ist und maßgeblich daran beteiligt war, dass derzeit mit Marlies Mirbeth zumindest eine Frau im fünfköpfigen Vorstand der Stadtsparkasse vertreten ist. Die Kontrahenten im Finale haben eine beinharte Vorrunde überstanden. „Uns lagen 50 Bewerbungen vor“, erläutert Ude gegenüber der tz. „Drei werden sich heute den Verwaltungsratsmitgliedern persönlich vorstellen.“ Sie dürften sich ein Endspiel auf höchstem Niveau liefern – davon ist der OB überzeugt: „Alle sind hervorragende Repräsentanten des Sparkassen-Gewerbes mit viel Erfahrung. Ich bin zuversichtlich, dass an diesem Donnerstag eine Entscheidung fällt, hoffentlich einvernehmlich.“ Namen ließ er sich nicht entlocken. Den Bewerbern ist – wie bei solchen Auswahlverfahren üblich – strenge Vertraulichkeit zugesichert worden.

Gesperrt fürs Finale sind übrigens die Mitarbeitervertreter. Anders als in anderen Bundesländern haben sie in bayerischen Sparkassen-Verwaltungsräten keinen Sitz. Der Münchner Personalratschef Rudolf Lutz hofft trotzdem darauf, dass die 2500 Beschäftigten des kommunalen Kreditunternehmens am Ende mitjubeln können. Lutz zur tz: „Unser Wunsch ist es, dass der Verwaltungsrat jemand auswählt, der im Stil von Harald Strötgen weitermacht.“

Der noch amtierende Vorstandschef genießt in der Belegschaft vor allem wegen seiner hohen Sozialkompetenz einen guten Ruf. „Er fühlt sich nicht nur für seine 2500 Mitarbeiter zuständig, sondern ein Stück weit auch für ihre Familien“, lobt Lutz. Und für das Geld von rund 800 000 Kunden.

Statistisch gesehen hat beinahe jeder zweite Münchner ein Konto bei der Stadtsparkasse.

In 141 Geschäftsstellen erwirtschaftete das städtische Geldhaus im vergangenen Jahr eine Bilanzssumme von rund 15,3 Milliarden Euro.

Andreas Beez

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