tz erklärt: So läuft das Geschäft

Sparkassen in Bayern: Viele Baustellen

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Sparkassen-Bosse: Vizepräsident Roland Schmautz, Präsident Ulrich Netzer und Obmann Walter Strohmeier.

München - Licht und Schatten bei Bayerns Sparkassen: „Wir haben ein Ergebnis erreicht, das besser ausfällt als zunächst erwartet“, freut sich Bayerns Sparkassen-Präsident Dr. Ulrich Netzer.

 Wie wackelig die Situation der Institute ist, macht dieser Satz Netzers deutlich: „Die Sparkassen in Bayern sind noch gut unterwegs.“ Die tz erklärt, wie das Geschäft der Sparkassen läuft und vor welchen Herausforderungen sie stehen.

Die Zahlen: 146 Milliarden Euro haben die über acht Millionen Kunden der Sparkassen auf ihren Konten liegen – 2,9 Prozent mehr als im Vorjahr. „Ein wesentlicher Anteil des Anlagenwachstums spielt sich aber im kurzfristigen Bereich ab“, erklärt Netzer. Also bei Anlagen, die sicher und schnell verfügbar sind. Die Sparkassen haben auch mehr Geld verliehen: 116 Milliarden Euro – 3,1 Prozent mehr als im Vorjahr. Hauptsächlich handelt es sich dabei um Wohnbaukredite.

Niedrigzins: „Die Nullzins-Diät der EZB trifft die Sparkassen ebenso wie die Sparer“, ärgert sich Netzer. Noch ist der Effekt in den Zahlen kaum abzulesen. Netzer befürchtet: „Es werden einige schwierige Jahre auf uns zu kommen.“ Das Problem: Die Zinsspanne zwischen Einlagen und Kreditzinsen ist extrem gesunken. Der Zinsüberschuss macht 75 Prozent der Einnahmen der bayerischen Sparkassen aus. Derzeit liegt er bei 2,01 Prozent. Netzer fürchtet, dass er künftig auf unter 1,5 Prozent sinken könnte.

Regulierung: Die Sparkassen fühlen sich ungerecht behandelt. „Die Regulatoren scheren die großen und die kleinen Institute über einen Kamm“, sagt Netzer. Dabei hätten die kleinen, dezentral organisierten Sparkassen das Nachsehen.

Digitalisierung: „Der Stellenwert des persönlichen Besuchs in der Filiale nimmt ab“, konstatiert Netzer. Zwar wollten die Sparkassen in der Fläche präsent bleiben, trotzdem würden in Zukunft vermehrt Filialen geschlossen und zusammengelegt werden. Netzer: „Dieser Trend wird sich beschleunigen.“ Da über die konkreten Schließungen aber vor Ort entschieden würde, könne er keine Zahlen nennen. Künftig soll es so sein: „Das Tagesgeschäft wird online erledigt. Geschäfte mit größerem Beratungsbedarf beim persönlichen Berater in der Filiale.“

BayernLB: Die Sparkassen halten 25 Prozent der Anteile der BayernLB – die Beteiligung hat die Sparkassen im vergangenen Jahr 132 Millionen Euro gekostet.

Mk.

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